Pro­jekt­lauf­zeit:

von 2009 bis 2013

Lei­tung:

Harald Rau

Metho­den:

Theo­rie­ge­trie­be­ner Ansatz

For­schungs­feld:

Das Inter­net hat die Gesell­schaft inner­halb kür­zes­ter Zeit durch­drun­gen und sie neu geformt. Soweit steht der popu­lä­re Kon­sens unter dem Ein­druck der mas­si­ven Geschwin­dig­keit der auf­ge­tre­te­nen Ver­än­de­run­gen in der nun­mehr ver­netz­ten Gesell­schaft im Raum, denn noch nie ist ein Medi­um so schnell in so vie­le Lebens­be­rei­che vor­ge­drun­gen. Das „Medi­um“ – in sei­ner ursprüng­li­chen Eigen­schaft als ver­mit­teln­des Ele­ment – wur­de aber nicht neu erfun­den. Und doch müs­sen sich eta­blier­te gesell­schaft­li­che Sys­te­me neu (er)finden, wenn sie gegen emer­gen­te bestehen wol­len. Der sozio­lo­gi­sche Umbruch wirkt sich auch – und ganz beson­ders – auf die gesell­schaft­li­chen Sys­te­me aus, die durch die, nun kon­ver­gie­ren­den, tech­ni­schen Medi­en ihre Exis­tenz begrün­den. Im neu­en Uni­ver­sal­me­di­um ver­än­dern sich in ganz erheb­li­chem Maße die Rah­men­be­din­gun­gen für die­se Exis­tenz. Ins­be­son­de­re im Bereich des Medi­en­ma­nage­ments aber auch des Jour­na­lis­mus stellt sich also die Fra­ge nach der Zukunft. Wird die Inhalts­pro­duk­ti­on und ‑gestal­tung in Gän­ze auf die Pro­sumen­ten über­ge­hen und der pro­fes­sio­nel­le Medi­en­ar­bei­ter voll­stän­dig obso­let? Oder wird sich die Auf­ga­be der pro­fes­sio­nel­len Medi­en von der Her­stel­lung in Rich­tung der Bereit­stel­lung von The­men zur öffent­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­schie­ben, wird also das Selek­tie­ren, Ein­ord­nen und Struk­tu­rie­ren als Kern­auf­ga­be jour­na­lis­ti­scher Arbeit und media­len Manage­ments erhal­ten blei­ben? Oder sehen sich die Medi­en­ma­na­ger nicht der­art gro­ßen Ver­än­de­run­gen gegen­über, wie es die Apo­lo­ge­ten der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft pro­phe­zei­en – han­delt es sich also um einen Hype und das pro­fes­sio­nel­le Erstel­len und Mana­gen von Medi­en­in­hal­ten fin­det auch in Zukunft noch sei­nen Markt?

Zum Pro­jekt: 

Der sozio­lo­gi­sche Umbruch wirkt sich auch – und ganz beson­ders – auf die gesell­schaft­li­chen Sys­te­me aus, die durch die, nun kon­ver­gie­ren­den, tech­ni­schen Medi­en ihre Exis­tenz begrün­den.

Die tech­ni­sche Durch­drin­gung bringt auch eine Tech­ni­sie­rung der Arbeits­rou­ti­nen in den Medi­en mit sich. Ins­be­son­de­re im Bereich des Medi­en­ma­nage­ments aber auch des Jour­na­lis­mus stellt sich hier­bei die Fra­ge nach der Zukunft.

- Wird die Inhalts­pro­duk­ti­on und ‑gestal­tung in Gän­ze auf die Pro­sumen­ten über­ge­hen und der pro­fes­sio­nel­le Medi­en­ar­bei­ter voll­stän­dig obso­let?

- Wird sich die Auf­ga­be der pro­fes­sio­nel­len Medi­en von der Her­stel­lung in Rich­tung der Bereit­stel­lung von The­men zur öffent­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­schie­ben, wird also das Selek­tie­ren, Ein­ord­nen und Struk­tu­rie­ren als Kern­auf­ga­be jour­na­lis­ti­scher Arbeit und media­len Manage­ments erhal­ten blei­ben?

- Sehen sich die Medi­en­ma­na­ger nicht der­art gro­ßen Ver­än­de­run­gen gegen­über, wie es die Apo­lo­ge­ten der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft pro­phe­zei­en – han­delt es sich also um einen Hype und das pro­fes­sio­nel­le Erstel­len und Mana­gen von Medi­en­in­hal­ten fin­det auch in Zukunft noch sei­nen Markt?

Erkennt­nis­ge­winn:

Mit dem Auf­kom­men des Inter­net sind schwer­wie­gen­de Ver­än­de­rungs­pro­zes­se in der Medi­en­land­schaft in Gang gekom­men. Nach dem Stand der For­schung han­delt es sich dabei aller­dings nicht um eine his­to­ri­sche Zäsur, son­dern eher noch um eine media­le Tran­si­ti­on. Unstrit­tig ist die tech­ni­sche Kon­ver­genz, durch die „jeder alles machen kann“. Durch Digi­ta­li­sie­rung las­sen sich alle her­kömm­li­chen Medi­en­in­hal­te im Netz dar­stel­len und durch die kul­tu­rel­le Durch­drin­gung ist das Inter­net längst kein Raum mehr für eli­tä­re Min­der­hei­ten. Die­se Kon­ver­genz bringt als Neben­ef­fekt auch eine neue Kon­kur­renz für den Jour­na­lis­mus.

Die pro­fes­sio­nel­len Medi­en­ma­cher lau­fen also Gefahr, ihr Gate­kee­per­mo­no­pol zu ver­lie­ren. Die­se Ver­schie­bung auf der Ange­bots­sei­te weist eine For­schungs­lü­cke auf, die auch mit Hil­fe des For­schungs­an­sat­zes gefüllt wer­den soll. Dem gegen­über erscheint die Nach­fra­ge­sei­te inten­si­ver durch­drun­gen: Hier ist der Stand der For­schung, dass das Netz zwar Nach­fra­ge befrie­di­gen kann, bei­spiels­wei­se in Com­mu­nities im Web2.0. Den­noch bleibt das Netz ein Cyber­space, ein unkör­per­li­cher Ort, dem, wenn er nicht ergän­zend zu rea­ler sozia­ler Inter­ak­ti­on benutzt wird, eher paraso­zia­le Züge eigen sind. Das hat wie­der­um den umge­kehr­ten Effekt und führt zu Zer­split­te­rung und Ver­ein­ze­lung oder – weni­ger dras­tisch aus­ge­drückt – zu Indi­vi­dua­li­sie­rung.

 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt gibt es hier.