Rol­len­tausch als Ziel – Stu­dis leh­ren, Profs lernen

Im Som­mer­se­mes­ter 2021 wur­den die Stu­die­ren­den des vier­ten Semes­ters Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on zu Pionier:innen der digi­ta­len Wis­sens­ver­mitt­lung. Im Modul Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion bestand die Auf­ga­be der vier Grup­pen dar­in, je einen Online-Kurs auf der Platt­form Mood­le zu ent­wi­ckeln, wel­cher bestimm­te Teil­be­rei­che des Fach­ge­biets anschau­lich dar­stellt. Die­se Kur­se sol­len For­schen­den der Ost­fa­lia Hoch­schu­le einen pra­xis­na­hen Ein­blick in die viel­schich­ti­ge Welt der Wiss­Komm ermöglichen.

Unter dem Titel “Rei­se in die Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion” ver­mit­telt die ers­te Grup­pe in ihrem Kurs nicht nur wesent­li­che Grund­la­gen – auch Lek­tio­nen zu prak­ti­schen Bei­spie­len erleich­tern den Ein­stieg ins The­ma. Zudem wer­den den For­schen­den hilf­rei­che Tipps für ihre indi­vi­du­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­ge­ge­ben, ganz gleich, ob die­se nun im Jour­na­lis­mus, der Öffent­lich­keits­ar­beit oder in den sozia­len Medi­en statt­fin­det. Selbst­tests und ein Ether­pad unter­stüt­zen den Lern­pro­zess zusätzlich.

In der zwei­ten Grup­pe liegt der Schwer­punkt auf “Wiss­Komm für IT Secu­ri­ty & Pri­va­cy”. Das The­ma wur­de in fünf ver­schie­de­ne Fel­der geglie­dert. Zunächst wird den Kursteilnehmer:innen die Arbeits­wei­se der Wiss­Komm in der PR näher­ge­bracht. Anschlie­ßend wird es poli­tisch: pro­fes­sio­nel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on ist im Zusam­men­hang mit der Coro­na-Pan­de­mie gefrag­ter denn je, was nur ein Bei­spiel von vie­len für die Bedeu­tung der Wiss­Komm dar­stellt. Im drit­ten Teil geht es um die Wis­sens­ver­mitt­lung aus Sicht des Jour­na­lis­mus, wor­auf­hin auch die wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ve in einer sepa­ra­ten Lek­ti­on genau­er unter die Lupe genom­men wird. Zum Schluss steht noch die Rol­le von Social Media in Bezug auf wis­sen­schaft­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on im Vordergrund.

Grup­pe 3 hat sich mit den The­men “Ver­ständ­lich­keit und Kom­pe­tenz in der Wiss­Komm” beschäf­tigt. Hier ler­nen die zukünf­ti­gen Teilnehmer:innen, wie man wis­sen­schaft­lich und anspre­chend schreibt und prä­sen­tiert. Außer­dem erfah­ren sie, wie man sich mit poten­zi­el­len Kommunikationspartner:innen in Ver­bin­dung setzt und wel­che Mög­lich­kei­ten der Ver­öf­fent­li­chung exis­tie­ren. Die Grup­pe ver­mit­telt anschau­lich, was bei der poten­zi­el­len Ziel­grup­pe gut ankommt und wel­che Stil­mit­tel sich zur Wis­sens­ver­mitt­lung eignen.

Wem das nicht reicht, der lernt bei der vier­ten Grup­pe ein wesent­li­ches Tool aus die­sem Bereich ken­nen. Nach einer aus­führ­li­chen Grund­la­gen-Lek­ti­on, bei der es vor allem um theo­re­ti­sche Ansät­ze und deren Unter­tei­lung sowie das Prin­zip der Bot­t­len­ecks geht, machen sich die Ler­nen­den mit den “Fünf Dimen­sio­nen der Wiss­Komm” ver­traut. Die­se basie­ren auf dem soge­nann­ten NaWik-Pfeil, einem moder­nen Werk­zeug der wis­sen­schaft­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on, wel­ches sich die Kursteilnehmer:innen in dem Abschnitt aneignen.

Noch sind die Vor­be­rei­tun­gen der vier Kur­se nicht end­gül­tig abge­schlos­sen. In Kür­ze ste­hen sie jedoch der indi­vi­du­el­len Bear­bei­tung zur Ver­fü­gung. Die Stu­die­ren­den erwar­ten mit Span­nung das kon­struk­ti­ve Feed­back zu ihren digi­ta­len Lehrpfaden.

Wie kom­mu­ni­zie­ren Expert:innen?

In den letz­ten Wochen haben sich die Bache­lor­stu­die­ren­den aus dem vier­ten Semes­ter Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on mit For­schen­den unse­rer Hoch­schu­le über die The­ma­tik ange­wand­ter Wiss­Komm aus­ge­tauscht. Es sind span­nen­de Inter­views ent­stan­den, die bei­de Sei­ten mit neu­en Ideen berei­chert haben. Ziel der Inter­views war es zum einen, ein bes­se­res Ver­ständ­nis über die The­ma­tik zu erhal­ten, um her­aus­zu­fin­den, was Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion über­haupt bedeu­tet und wo die ein­zel­nen Expert:innen für ihren Bereich Pro­ble­me sehen. Zum ande­ren konn­ten die Pro­jekt­grup­pen auf die­se Wei­se Inhal­te für ihre Mood­le-Kur­se fil­tern, um mit den Expert:innen Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge zu erarbeiten.

Die ers­te Grup­pe hat ein Gespräch mit Prof. Dr. Heinz-Die­ter Quack aus dem Bereich Desti­na­ti­ons-/ Tou­ris­mus­ma­nage­ment geführt. Hin­sicht­lich der Wiss­Komm sind Herrn Prof. Dr. Quack bereits vie­le Schwie­rig­kei­ten bekannt und beson­ders wich­tig fin­det er daher, dass Expert:innen ver­mehrt geschult wer­den. Wis­sen­schaft­lich zu kom­mu­ni­zie­ren fällt auch ihm nicht leicht, wes­halb auch er zugibt, an der ein oder ande­ren Stel­le Hil­fe in Anspruch zu neh­men. Eine beson­ders leich­te und schnel­le Über­sicht mit Mög­lich­kei­ten der wis­sen­schaft­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on will die Grup­pe nun in ihrem Mood­le-Kurs erstellen.

Auch das Gespräch der zwei­ten Grup­pe ver­lief sehr auf­schluss­reich. Prof. Dr. Ina Schie­r­ing, Exper­tin für IT-Sicher­heit und Pri­va­cy, hat der Pro­jekt­grup­pe die Wich­tig­keit von Pra­xis­bei­spie­len nahe­ge­legt. Vor allem die inter­per­so­nel­le Inter­ak­ti­on spielt eine gro­ße Rol­le, um ver­ständ­li­cher zu wir­ken und den Ler­nen­den die Angst vor einer schein­bar kom­pli­zier­ten The­ma­tik zu neh­men. Beson­ders wich­tig war ihr dar­über hin­aus, dass trans­pa­rent kom­mu­ni­ziert wird.

Die drit­te Grup­pe hat­te ein äußerst span­nen­des Gespräch mit Prof. Dr. Chris­toph J. Men­zel, der sich mit dem Spe­zi­al­ge­biet des Mobi­li­täts­ma­nage­ments befasst. Er konn­te in sei­nem Leben schon viel Erfah­rung in dem Bereich sam­meln, sei es durch jour­na­lis­ti­sche Inter­views, das Schrei­ben von Papers oder in der Leh­re. Für ihn ist bei wis­sen­schaft­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on aus­schlag­ge­bend, das Publi­kum zu ken­nen und auf die­ses ein­zu­ge­hen. Die Schwie­rig­kei­ten dabei zei­gen sich häu­fig beson­ders auf Social Media. Hier berich­tet er aus eige­ner Erfah­rung, dass wenig Infor­ma­tio­nen über das Mobi­li­täts­ma­nage­ment exis­tie­ren, was sich zukünf­tig ändern sollte.

Prof. Dr. Tho­mas M. Cer­be wünscht sich, sein Spe­zi­al­ge­biet an die Öffent­lich­keit zu tra­gen, erklär­te der Exper­te für Ver­kehrs­tech­nik unse­rer vier­ten Pro­jekt­grup­pe. Auf­grund der vie­len ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten ist das häu­fig gar nicht mal so leicht. Des­halb will die Grup­pe nun Instru­men­te für Herrn Prof. Dr. Cer­be erar­bei­ten, die es ihm erleich­tern, auf wis­sen­schaft­lich anspruchs­vol­lem Niveau mit der Öffent­lich­keit zu kommunizieren.

Nach die­sen inter­es­san­ten Gesprä­chen läuft die Erar­bei­tung der Mood­le-Kur­se nun auf Hoch­tou­ren. Wir sind gespannt, was die nächs­ten Wochen mit sich brin­gen und freu­en uns auf die Ergebnisse.

Die opti­ma­le Inter­view­vor­be­rei­tung – ein Work­shop mit Prof. Dr. Peter Riegler

Im Rah­men der selb­stän­di­gen Ent­wick­lung eines Moodle-​Kurses füh­ren die Bache­lor­stu­die­ren­den aus dem vier­ten Semes­ter Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on inter­dis­zi­pli­nä­re Inter­views mit For­schen­den unse­rer Hoch­schu­le.  Zur Inter­view­vor­be­rei­tung haben sie den 90-minü­ti­gen Online-Work­shop von Herrn Prof. Dr. Peter Rieg­ler (Fakul­tät Infor­ma­tik) besucht. Der Fokus lag dabei auf Tech­ni­ken zur bes­se­ren Erken­nung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­eng­päs­sen und wie die­se umgan­gen wer­den können. 

Bei der Erar­bei­tung eines The­mas unter­schei­den sich die Denk­wei­sen von Expert:innen und Lai­en ganz grund­le­gend. Das lässt sich auch auf das Stu­di­um über­tra­gen: Stu­di­en­in­hal­te sind für Stu­die­ren­de zunächst kom­plex und schwie­rig, wohin­ge­gen die Leh­ren­den die­se Inhal­te bereits durch­drun­gen haben. Hier­bei ent­steht der „Fluch der Expertise“. 

Ein genann­tes Bei­spiel von Prof. Dr. Rieg­ler war das Erklä­ren einer ana­lo­gen Uhr. Vor­aus­set­zung des Gegen­übers ist das Ver­ständ­nis der Zeit. Jedoch emp­fan­den die Stu­die­ren­den das Erklä­ren in nur zwei Minu­ten kom­pli­zier­ter als zuvor ange­nom­men. Der Grund: sie sind Expert:innen im Lesen einer ana­lo­gen Uhr und für sie ist dies selbst­ver­ständ­li­ches Wissen.

Inner­halb des Work­shops wur­de den Stu­die­ren­den der Begriff der „Bot­t­len­ecks“, der Eng­stel­len, vor­ge­stellt und Vor­ge­hens­wei­sen näher gebracht, die ihnen dabei hel­fen sol­len, die­se „Bot­t­len­ecks“ inner­halb der Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion zu iden­ti­fi­zie­ren. Einen hilf­rei­chen Pro­zess ent­wi­ckel­te David Pace. Er nann­te dies “Deco­ding the Disciplines”.

Deco­ding the Disci­pli­nes Wheel, in Anleh­nung an David Pace

Gemäß dem ers­ten Schritt die­ses Sche­mas iden­ti­fi­zier­ten die Stu­die­ren­den in Part­ner­ar­beit typi­sche „Bot­t­len­ecks“ bei For­schen­den in der Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion, wodurch wert­vol­le Lern­zie­le benannt wer­den konn­ten, die dabei hel­fen, jene Eng­päs­se aus dem Weg zu räu­men. Dabei ent­stan­den die fol­gen­den zwei Bei­spie­le mit ihren Lernzielen:

  1. For­schen­de unter­hal­ten sich nur in ihrem Fach­jar­gon mit ande­ren Wissenschaftler:innen und erken­nen des­halb nicht die Per­spek­ti­ve der nor­ma­len Rezipient:innen. 

Lern­ziel I: Ver­ständ­nis für Unwissenheit.

Lern­ziel II: For­schen­de ver­ein­fa­chen schwie­ri­ge Fach­be­grif­fe, damit es nicht zu Miss­ver­ständ­nis­sen kommt. 

Lern­ziel III: For­schen­de erken­nen, für wel­che Ziel­grup­pe sie kom­mu­ni­zie­ren und pas­sen ihr Jar­gon dem­entspre­chend an. 

  1. Im For­schungs­pro­zess spre­chen For­schen­de nur mit Leu­ten aus ihrem Fach­ge­biet, dabei wäre eine außen­ste­hen­de Mei­nung zum Ver­ständ­nis des The­mas hilfreich. 

Lern­ziel I: For­schen­de wis­sen, dass For­schungs­er­geb­nis­se dazu die­nen, etwas in der Gesell­schaft zu erklä­ren bzw. zu ver­bes­sern, wes­halb sie eine brei­te­re Mas­se anspre­chen sollten.

Lern­ziel II: For­schen­de suchen den Dia­log mit Außen­ste­hen­den, um ihre For­schung der Umwelt anzupassen. 

Die gelehr­te Prak­tik wur­de im letz­ten Schritt von den Stu­die­ren­den auf ihre indi­vi­du­el­le Inter­view­vor­be­rei­tung über­tra­gen. Die Iden­ti­fi­zie­rung poten­zi­el­ler „Bot­t­len­ecks“ soll auch bei der Wei­ter­ver­ar­bei­tung der Inter­views helfen.

Das Deco­ding ist bei jeder Art von mensch­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on und Inter­ak­ti­on bedeut­sam. Die eige­ne Refle­xi­on spielt dabei eine gro­ße Rol­le und auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on des Gegen­übers muss genau hin­ter­fragt wer­den. Der Work­shop bei Herrn Prof. Dr. Peter Rieg­ler sorg­te für einen akti­ven Aus­tausch zwi­schen den Stu­die­ren­den und für einen neu­en Blick auf die Gestal­tung der bevor­ste­hen­den Interviews.

Wiss­Komm – Pra­xis­na­he Bei­spie­le aus unse­rem Alltag

Eige­ne Lehr­in­hal­te zu erstel­len ist gar nicht so ein­fach. Es erfor­dert Pra­xis und vor allem gute Ideen. Die vier Pro­jekt­grup­pen des Wahl­pflicht­fachs „Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion“ haben in der dazu­ge­hö­ri­gen digi­ta­len Semi­nar­sit­zung pra­xis­na­he Bei­spie­le erfolg­reich ange­wand­ter Wiss­Komm vor­ge­stellt, was zu einer sehr leben­di­gen Ple­nums­dis­kus­si­on führte.

Die ers­ten Jour­na­lis­mus- und PR-Pra­xis­bei­spie­le dreh­ten sich um den „ZEIT WISSEN“-Podcast, jour­na­lis­ti­sche Bei­spie­le wie die Platt­for­men des wis­sen­schaft­li­chen TV-For­mats „Quarks“ sowie die „tactile.news“. Die Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung (BZgA) mit ihren Kam­pa­gnen rund um das Imp­fen, den Infek­ti­ons­schutz oder auch „Alko­hol? Kenn dein Limit.“ wur­den dar­über hin­aus als gelun­ge­ne PR-Pra­xis­bei­spie­le präsentiert.

Eine wei­te­re Grup­pe setz­te ihren Schwer­punkt auf Wis­sen­schafts-PR. Als Bei­spie­le dien­ten die For­schungs­in­itia­ti­ven der Leib­niz- und der Helm­holtz- Gemein­schaft. Bei­de Ein­rich­tun­gen ver­fol­gen Wiss­Komm zu aktu­el­len, rele­van­ten For­schungs­the­men, die über Blog­ein­trä­ge, eige­ne Maga­zi­ne und Pod­casts kom­mu­ni­ziert wer­den.  Als Wiss­Komm-Medi­en the­ma­ti­sier­te Pod­casts waren z.B. der Tages­schau-Zukunfts-Pod­cast „mal ange­nom­men“, der wöchent­lich in Gedan­ken­ex­pe­ri­men­ten über „Was wäre wenn“-Szenarien zu poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen The­men dis­ku­tiert. Mit der Web­site neal.fun wur­de noch eine ganz ande­re Art der Kom­mu­ni­ka­ti­on vor­ge­stellt: Durch akti­ve und inter­ak­ti­ve Impul­se der Nutzer:innen wer­den wis­sen­schaft­li­che The­men sehr span­nend durch Sto­ry­tel­ling-Ele­men­te vermittelt. 

Auch die sozia­len Medi­en spiel­ten in den Vor­trä­gen eine Rol­le. In Zei­ten von Twit­ter, Insta­gram und Co. ist das Inter­es­se an einem öffent­li­chen Dis­kurs beson­ders hoch, gera­de wäh­rend der noch andau­ern­den Coro­na-Pan­de­mie. Doch wie kann man kom­ple­xe The­men ver­ständ­lich ver­pa­cken, sodass auch Lai­en sie ver­ste­hen? Die Pro­jekt­grup­pe ver­wies hier auf bekann­te Kanä­le wie Mai­Lab oder Dr. Julia Fischer, die aktu­el­le The­men unter­halt­sam und kom­pe­tent aufbereiten. 

Ein wei­te­res Ele­ment stell­te die vier­te und letz­te Pro­jekt­grup­pe vor: die soge­nann­ten Quick Facts. Dabei han­delt es sich um kur­ze, prä­gnan­te Fak­ten, wel­che ein­sei­tig, pla­ka­tiv und häu­fig wenig aus­führ­lich recher­chiert sind. Erklär­vi­de­os der You­tuber „Sim­ple­Club“ oder „Dok­tor All­wis­send“ sind nur zwei Bei­spie­le für unab­hän­gi­ge Wis­sens­ver­mitt­lung. Bei der orga­ni­sa­tio­na­len Wis­sens­ver­mitt­lung han­delt es sich hin­ge­gen um die Ver­mitt­lung von Wis­sen, die eine umfang­rei­che Quel­len­re­cher­che nach­wei­sen kann und berufs­ethi­schen Ansprü­chen unter­liegt. Dazu zählt bei­spiels­wei­se die Tages­schau oder auch Natio­nal Geo­gra­phic. Vor­le­sun­gen, Mes­sen, Semi­na­re oder auch Vor­trä­ge gehö­ren zur soge­nann­ten direk­ten Wis­sens­ver­mitt­lung, die eben­falls kurz ange­spro­chen wurde.

Die Viel­falt der aus­ge­wähl­ten Bei­spie­le sorg­te anknüp­fend an die gelun­ge­ne Kick-Off-Ver­an­stal­tung für eine wei­te­re span­nen­de Semi­nar­sit­zung die­ses Wahl­pflicht­fa­ches. Es zeigt sich, dass Wiss­Komm bunt und abwechs­lungs­reich gestal­tet wer­den kann und sich nicht einer ein­zel­nen Spar­te zuord­nen lässt.

Ler­nen durch Leh­ren – Lehr­pro­jekt zur Wissenschaftskommunikation

Der Start des Wahl­pflicht­fachs Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion als Teil des gleich­na­mi­gen InnoP­lus-Pro­jek­tes war ein vol­ler Erfolg. 21 Stu­die­ren­de aus dem vier­ten Bache­lor­se­mes­ter Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on haben sich zu Beginn anhand von aktu­el­len Pra­xis­bei­spie­len aus Wis­sen­schafts­jour­na­lis­mus, ‑pod­casts und Sci­ence-You­Tube-Chan­nels wie mai­Lab oder Din­ge Erklärt – Kurz­ge­sagt mit dem für sie neu­en Gebiet ver­traut gemacht. Mit sorg­fäl­tig aus­ge­ar­bei­te­ten Vor­trä­gen zu aktu­el­len Stu­di­en aus dem For­schungs­feld gelang es den Kursteilnehmer:innen in der Fol­ge, aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht zu ergrün­den, was sich hin­ter Wiss­Komm ver­birgt. Unter der Lei­tung von Roland Göb­bel (M.A.) und mit tat­kräf­ti­ger Unter­stüt­zung durch unse­re stu­den­ti­sche Tuto­rin aus dem Kom­Ma-Team, Marie Ruhm (B.A.), wer­den sich die Stu­die­ren­den im wei­te­ren Semes­ter­ver­lauf umfas­sen­de for­schungs- und anwen­dungs­be­zo­ge­ne Wiss­Komm-Kom­pe­ten­zen aneignen.

Einen wich­ti­gen Bei­trag zum Pro­jekt leis­ten auch die Professor:innen unse­rer Hoch­schu­le. Von Ver­kehrs­tech­nik über IT-Sicher­heit bis hin zu Desti­na­ti­ons- und Mobi­li­täts­ma­nage­ment: Für das Pro­jekt „Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion – Ler­nen durch Leh­re für Leh­ren­de und For­schen­de“, vom Kom­Ma-Team ent­wi­ckelt und nach erfolg­rei­cher Ein­rei­chung aktu­ell durch das nie­der­säch­si­sche Pro­gramm „Inno­va­ti­on Plus“ geför­dert, gibt es brei­te Unter­stüt­zung aus dem Pro­fes­so­ri­um der Ost­fa­lia. Die fol­gend auf­ge­führ­ten Dritt­mit­tel- und For­schungs­pro­jekt­er­fah­re­nen konn­ten für die Bele­gung des Blen­ded-Lear­ning-Kur­ses und die Mit­wir­kung am Pro­jekt als Tandemparter:innen gewon­nen wer­den (alpha­be­ti­sche Rei­hen­fol­ge der Professor:innen und Leh­ren­den, fett­ge­druckt sind die teil­neh­men­den Tandempartner:innen der ers­ten Pro­jekt­pha­se im SoSe 2021):

  • Tho­mas M. Cer­be, Ver­kehrs­tech­nik, Cen­trum für Ener­gie und Mobi­li­tät der Ost­fa­lia (CEMO)
  • Anja Cor­du­an-Claus­sen, all­ge­mei­ne BWL, insb. Sportmarketing
  • Huber­tus Fran­ke, Logis­tik­opti­mie­rung, IT in der Logistik
  • Tobi­as Immen­roth, Gesund­heits­we­sen, kom­ple­xe Hand­lungs­fel­der im pfle­ge­ri­schen und ret­tungs­dienst­li­chen Kontext
  • Xia­o­bo Liu-Hen­ke, Rege­lungs­tech­nik, Fahrzeugmechatronik
  • Dag­mar Mey­er, Rege­lungs­tech­nik, Soft­ware­tech­nik, For­schungs­ge­biet Assis­ti­ve Technologien
  • Chris­toph Men­zel, Mobilitätsmanagement
  • San­dra Vere­na Mül­ler, Reha­bi­li­ta­ti­on und Teilhabe
  • Heinz-Die­ter Quack, Desti­na­ti­ons-/Tou­ris­mus­ma­nage­ment
  • Ina Schie­r­ing, IT-Sicher­heit, Privacy
  • Deni­se Som­mer, Theo­rie der Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Medienwissenschaft

Mit dem „Rever­se Coaching“-Ansatz sind die Stu­die­ren­den nun dazu auf­ge­for­dert, selbst­stän­dig einen Mood­le-Kurs für For­schen­de der Ost­fa­lia Hoch­schu­le zu ent­wi­ckeln, der Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion pra­xis­nah ver­mit­teln soll und sowohl zeit- als auch orts­un­ab­hän­gig digi­tal stu­diert wer­den kann. Der Per­spek­tiv­wech­sel der Stu­die­ren­den, die dafür in die Rol­le von Leh­ren­den schlüp­fen, för­dert die Kom­pe­tenz, wis­sen­schaft­li­che Inhal­te sys­te­ma­tisch, struk­tu­riert und anwen­dungs­ori­en­tiert aufzubereiten.

Auch hier auf der Kom­Ma-Web­site wer­den sich die Stu­die­ren­den enga­giert zei­gen und den Wiss­Komm-Kurs jour­na­lis­tisch beglei­ten: Eini­ge der zukünf­ti­gen Kom­Ma-Blog­posts wer­den aus ihrer Feder stammen.

Auf­grund der bis­he­ri­gen ermu­ti­gen­den Rück­mel­dun­gen der Teil­neh­men­den kann schon jetzt fest­ge­hal­ten wer­den, dass die Kon­zep­ti­on des Kur­ses auf gro­ße Begeis­te­rung stößt. Das liegt vor allem dar­an, dass die selbst­stän­di­ge Erar­bei­tung viel Raum für krea­ti­ve Ideen in der Umset­zung wis­sen­schafts- und pra­xis­re­le­van­ter Lehr­in­hal­te zu Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion zulässt. Oder, wie eini­ge der Stu­die­ren­den auch vor dem Hin­ter­grund der pan­de­mie­be­ding­ten Online-Leh­re posi­tiv anmerk­ten: „End­lich mal was ande­res als die übli­chen Vorlesungen!“