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Medi­en­kom­pe­tenz bedeu­tet Teil­ha­be – Autorin: Karo­li­ne Steinbock

Medi­en­kom­pe­tenz bedeu­tet Teil­ha­be – Autorin: Karo­li­ne Steinbock

Das ers­te von ins­ge­samt vier Essays, die sich damit aus­ein­an­der­set­zen, wie die Zukunft von Mas­sen­me­di­en und Sozia­len Medi­en auch poli­tisch ver­ant­wort­lich gestal­tet wer­den kön­nen. Karo­li­ne Stein­bock nimmt hier­für den Begriff der Medi­en­kom­pe­tenz in den Blick – und hin­ter­fragt mit spit­zer Feder, wie in einer zukunfts­fä­hi­gen Gesell­schaft ver­ant­wor­tungs­vol­le Medi­en­nut­zung geför­dert wer­den kann.

Medi­en­kom­pe­tenz bedeu­tet Teil­ha­be: Eta­blie­rung einer zivil­ge­sell­schaft­li­chen Medi­en- und Kommunikationspolitik

Unse­re Medi­en­land­schaft ist im Wan­del. Neben klas­si­schen Mas­sen­me­di­en spie­len Inter­me­diä­re eine immer grö­ße­re Rol­le, was neue Her­aus­for­de­run­gen für die Medi­en­re­gu­lie­rung mit sich bringt. Durch Social Media ver­schmilzt Indi­vi­dual­kom­mu­ni­ka­ti­on mit gesell­schaft­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on. Algo­rith­men beein­flus­sen, wel­ches Wis­sen und wel­che Infor­ma­tio­nen wir bekom­men. Medi­en­in­ter­me­diä­re prä­gen also aktiv unse­ren All­tag mit, denn wenn wir etwas suchen, möch­ten wir ein kon­kre­tes Ergeb­nis und kei­ne Aus­wahl an gesell­schaft­lich rele­van­ten Aspek­ten. Unse­re Erwar­tun­gen an Inter­me­diä­re müs­sen daher immer wie­der neu bedacht wer­den und in eine der digi­ta­len Zeit ange­pass­ten Medi­en­po­li­tik ein­flie­ßen. Eine Medi­en­po­li­tik und ‑regu­lie­rung soll­te daher stets fle­xi­bel ange­passt wer­den. Das fängt schon bei der Bezeich­nung an. Medi­en­po­li­tik defi­nie­re die öffent­li­che, medi­al ver­mit­tel­te Kom­mu­ni­ka­ti­on vor allem über Mas­sen­me­di­en (vgl. Kat­zen­bach 2018, S. 21ff.). Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik dage­gen umfas­se Rege­lun­gen für die Indi­vi­dual­kom­mu­ni­ka­ti­on (vgl. ebd.). Medi­en­po­li­tik set­ze ihren Fokus auf Medi­en­or­ga­ni­sa­ti­on und Struk­tu­ren, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik auf die Kom­mu­ni­ka­ti­on an sich (vgl. ebd.). Mit dem Medi­en­staats­ver­trag ist der Staat einen Schritt in Rich­tung der Regu­lie­rung von Medi­en­in­ter­me­diä­re gegan­gen. Was aller­dings zu kurz kommt, ist der Blick auf die, die über Medi­en kom­mu­ni­zie­ren und sie mit­ge­stal­ten. Nutzer:innen wer­den nach wie vor nicht in die Medi­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik mit ein­be­zo­gen. Medi­en­po­li­tik soll­te an die­sem Punkt noch einen Schritt wei­ter­ge­dacht wer­den. Otfried Jar­ren schlägt dazu vor, einen staats­fer­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rat zu eta­blie­ren (vgl. Jar­ren 2019). Bürger:innen könn­ten hier als ein Akteur neben vie­le wei­te­ren an der Aus­ge­stal­tung von Nor­men, Regeln und Ver­bo­ten betei­ligt wer­den (vgl. ebd.). Das Wich­tigs­te dabei sei­en auf­ge­klär­te und kom­pe­ten­te Nutzer:innen (vgl. ebd., S. 77). Um auf­ge­klärt und kom­pe­tent zu sein, ist vor allem eins zen­tral – Medi­en­kom­pe­tenz. Eine Betei­li­gung der Anwender:innen stellt folg­lich zwei For­de­run­gen: Für eine Betei­li­gung der Rezipient:innen muss deren Medi­en­kom­pe­tenz gestärkt wer­den. Des Wei­te­ren ist der Staat ver­pflich­tet den recht­li­chen Rah­men setz­te, um die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on der Nut­zer zu fördern.

Was bis­her in der Medi­en­po­li­tik fehlt, sind kla­re Struk­tu­ren, wie neben Politiker:innen ande­re Akteur:innen ein­be­zo­gen wer­den kön­nen. Struk­tu­ren der Medi­en­po­li­tik sei­en im föde­ra­len Deutsch­land gene­rell recht kom­plex und unüber­sicht­lich (vgl. Ves­ting 2016). Das Zusam­men­spiel aus Bund und Län­dern erschwe­re durch Kon­struk­te wie das Ein­stim­mig­keits­prin­zip die poli­ti­schen Abstim­mun­gen (vgl. ebd.). Wie es zu Ent­schei­dun­gen kom­me, ist für Bürger:innen oft nicht trans­pa­rent gestal­tet (vgl. Böll.Fokus 2020). Die Abstim­mung über die Erhö­hung des Rund­funk­bei­tra­ges im Dezem­ber 2020 hat das noch ein­mal vor Augen geführt. Dabei betrifft Medi­en­po­li­tik jeden ein­zel­nen. Viel­leicht heu­te mehr denn je.

Ein­zel­ne Ver­su­che Nutzer:innen an Medi­en­po­li­tik zu betei­li­gen, gibt es bereits. Der Ver­ein zur Eta­blie­rung von Publi­kums­rä­ten e.V. hat sich so zum Bei­spiel die Instal­la­ti­on von Publi­kums­rä­ten im öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk zum Ziel gesetzt (vgl. Publikumsrat.de 2021). Sie plä­die­ren für mehr Viel­falt, Par­ti­zi­pa­ti­on und Trans­pa­renz (vgl. ebd.). In einer Media Gover­nan­ce wäre genau das mög­lich. Was ist jetzt der Unter­schied zwi­schen Medi­en­po­li­tik und einer Media Gover­nan­ce? Nun hin­ter Media Gover­nan­ce steht ein ein­fa­cher Gedan­ke: Es sol­le eine Plu­ra­li­sie­rung von Akteur:innen und Platt­for­men erzeugt wer­den, um über Regu­lie­run­gen sowie eine inte­gra­ti­ve Sicht auf die­se und gesell­schaft­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on zu dis­ku­tie­ren (vgl. Katenz­bach 2018, S. 34f.). An der Dis­kus­si­on und Durch­set­zung wer­den nicht-staat­li­che, pri­va­te oder bür­ger­li­che Akteur:innen betei­ligt (vgl. Pup­pis 2010, S. 137ff.). Es gehe also dar­um gemein­sam ver­bind­li­che Regeln für Medi­en­st­ruk­tu­ren, ‑inhal­te und ‑hand­lun­gen zu schaf­fen und die­se in For­men der Selbst- und Ko-Regu­lie­rung fest­zu­le­gen (vgl. Kat­zen­bach 2018, S. 42). Als Selbst- und Ko-Regu­lie­rung von Medi­en habe Gover­nan­ce in Deutsch­land bereits eine lan­ge Tra­di­ti­on (vgl. Betz & Küb­ler 2013, S. 34). Bei­spie­le hier­für sind die Rund­funk­rä­te der öffent­lich-recht­li­chen Sen­der, der Deut­sche Pres­se­rat oder die Frei­wil­li­ge Selbst­kon­trol­le Fern­se­hen (vgl. ebd.). Der Medi­en­be­reich bie­te sich grund­sätz­lich für Gover­nan­ce-Struk­tu­ren an, da der Staat bei der Regu­lie­rung der Medi­en durch die Mei­nungs- und Medi­en­frei­heit ein­ge­schränkt sei (vgl. ebd.).

Gene­rell wer­de das Kon­zept der Gover­nan­ce immer dann her­vor­ge­holt, wenn der Staat als Regu­lie­rer an sei­ne Gren­zen sto­ße (vgl. ebd., S. 11f.). Denn es schwin­ge die Hoff­nung mit, durch ein Ein­be­zie­hen der Zivil­be­völ­ke­rung die Legi­ti­mi­tät und Effek­ti­vi­tät von Regu­lie­run­gen zu stei­gern (vgl. ebd.). Da der Begriff der Gover­nan­ce bis­her nicht prä­zi­se zu defi­nie­ren sei, bie­te er so eine Chan­ce, das Kon­zept unvor­ein­ge­nom­men und krea­tiv umzu­set­zen (vgl. ebd., S. 10). Wer­den aber staat­li­che und nicht-staat­li­che Regu­lie­rung kom­bi­niert, kön­nen die Sys­te­me sehr kom­plex und schwer durch­schau­bar wer­den (vgl. Schulz & Held 2007, S. 97f.). Meist feh­le es an prä­zi­sen Vor­ga­ben, Trans­pa­renz und einer kon­kre­ten Auf­ga­ben­tren­nung (vgl. ebd.). Was einer neu zu eta­blie­ren­den Insti­tu­ti­on nicht pas­sie­ren soll­te, ist kom­ple­xer zu wer­den, als Medi­en­po­li­tik ohne­hin schon ist. Da die Dyna­mi­ken einer Gover­nan­ce nicht expli­zit defi­niert sind, ist nicht fest­ge­legt, wel­che Akteur:innen ein­ge­bun­den wer­den oder wie Regu­lie­run­gen zu stan­den kom­men. Bis­her sei Medi­en­po­li­tik und Regu­lie­rung in den Hän­den weni­ger Politiker:innen, die Per­spek­ti­ve der Rezipient:innen und Konsument:innen sei bis­lang nicht ein­be­zo­gen wor­den (vgl. Jar­ren 2013, S. 59f.). Der Auf­bau eines Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ra­tes, wie Jar­ren ihn for­dert, set­ze eine Betei­li­gung aller Mit­wir­ken­den vor­aus, um Nor­men und Regeln zu eta­blie­ren (vgl. Jar­ren 2019, S. 68). Neben Bürger:innen soll­ten bei Gover­nan­ce-Struk­tu­ren auch Wissenschaftler:innen, Medi­en­schaf­fen­de, Medi­en­un­ter­neh­men und Wirtschaftsakteur:innen ein­ge­bun­den wer­den. Der Staat wird dadurch nur noch zu einem Akteur von vie­len. Sei­ne Auf­ga­be bestehe vor­ran­gig in der Schaf­fung von Rah­men­be­din­gun­gen (vgl. ebd., S. 68). Von ihm geht dann nicht mehr, wie bei Government-Struk­tu­ren üblich, alle Hand­lungs­macht aus. Eine ähn­li­che Idee stammt von Hans Hege, dem ehe­ma­li­gen Lei­ter der Medi­en­an­stalt Ber­lin-Bran­den­burg. Er for­dert die Eta­blie­rung einer Medi­en­agen­tur durch die Auf­spal­tung der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten. Die Anstal­ten sol­len ihre Auf­ga­ben der Medi­en­för­de­rung und Medi­en­kom­pe­tenz behal­ten, nur die Regu­lie­rung wer­de aus­ge­la­gert (vgl. Hege 2020). Hel­mut Har­tung, der Her­aus­ge­ber und Chef­re­dak­teur von medienpolitik.net, erwei­tert die Idee Heges noch. Als Medi­en­agen­tur könn­ten die Kom­mis­si­on zur Ermitt­lung der Kon­zen­tra­ti­on im Medi­en­be­reich (KEK) und die Zen­tra­le der Medi­en­an­stal­ten in Ber­lin zusam­men­ge­schlos­sen und im Kul­tur­staats­mi­nis­ter (BKM) ange­sie­delt wer­den (vgl. Medi­en­ta­ge Mit­tel­deutsch­land Pod­cast 2020). Medi­en­po­li­tik müs­se heu­te über die Lan­des­gren­zen hin­aus­ge­dacht wer­den, denn auch Medi­en­in­ter­me­diä­re hiel­ten sich nicht an Gren­zen (vgl. ebd.). Die Lan­des­me­di­en­an­stal­ten kön­nen dem­nach einer Regu­lie­rung nicht mehr gerecht wer­den. Den­noch betraut der Medi­en­staats­ver­trag sie mit neu­en Auf­ga­ben zur Über­wa­chung der Inter­me­diä­ren. Eine Auf­split­tung der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten stellt eine gute Ergän­zung der Idee Jar­rens dar. Aller­dings soll­te sie staats­fern eta­bliert wer­den. Denn eine staats­un­ab­hän­gi­ge Regu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on mit Gover­nan­ce-Struk­tu­ren hät­ten hier einen bes­se­ren Über­blick und eine vor­teil­haf­te­re Posi­ti­on für poli­ti­sche Dis­kus­si­on. Ist eine sol­che Insti­tu­ti­on in der Bun­des­re­gie­rung ange­sie­delt, spie­len poli­ti­sche Ein­flüs­se, Wahl­kampf und Kom­pe­tenz­strei­tig­kei­ten eine Rol­le. Außer­dem besteht die Gefahr, dass sich an der Trans­pa­renz kaum etwas ändern wird. Unab­hän­gig kann eine sol­che Insti­tu­ti­on schnel­ler und bes­ser agie­ren. Avs­ha­lom Gin­soar stellt noch ein Pro­blem der Media Gover­nan­ce dar: Die Ver­ant­wor­tung über Ver­bo­te und Regeln lie­ge dann in den Hän­den von Unter­neh­men, die vom Staat, der Wirt­schaft und vom Markt regu­liert wer­den (vgl. Gin­soar 2013, S. 370f.). Wie kann also ver­mie­den wer­den, dass Orga­ni­sa­tio­nen nur ihre eige­nen Inter­es­sen ver­tre­ten wol­len? Denn der Gedan­ke, dass die­se Vertreter:innen in einer sol­chen Regu­lie­rungs­in­sti­tu­ti­on aus­schließ­lich Belan­ge der All­ge­mein­heit ver­tre­ten, bleibt Fik­ti­on. Es muss dafür gesorgt wer­den, dass Ent­schei­dun­gen des Rates auch durch­ge­setzt wer­den und rele­van­te Aus­wir­kun­gen haben. Die zen­tra­le Fra­ge lau­tet also: Wie lässt sich ein Top-Down-Ansatz mit einem Bot­tom-Up-Ansatz ver­bin­den? Denn in einer Gover­nan­ce soll­ten Akteur:innen als gleich­be­rech­tig­te Part­ner auf­tre­ten (vgl. Betz & Küb­ler 2013, S. 57). Eine neue Insti­tu­ti­on soll­te nicht von hier­ar­chi­schen Struk­tu­ren geprägt sein, son­dern von einer Zusam­men­ar­beit auf Basis von Ver­ant­wort­lich­keit (vgl. ebd.).

Die Legi­ti­mi­tät von Medi­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik ist abhän­gig von der Akzep­tanz der Regu­lier­ten – der Gesell­schaft und der Medi­en­un­ter­neh­men. Die Akzep­tanz wie­der­um ist abhän­gig von der Ver­ant­wor­tung jedes Ein­zel­nen. Legi­ti­mi­tät wer­de, laut Maria Löb­lich, immer dann rele­vant, wenn neben dem Staat noch ande­re Akteur:innen an Medi­en­po­li­tik betei­ligt wer­den. Für die Wirk­sam­keit von Rege­lun­gen sei sie eine bedeu­ten­de Vor­aus­set­zung. Gleich­zei­tig könn­ten Medi­en Regu­lie­run­gen ihre Legi­ti­mi­tät jedoch auch abspre­chen. Neben der Zivil­be­völ­ke­rung soll­ten auch Medi­en­un­ter­neh­men und ‑schaf­fen­de an einer neu­en Medi­en­po­li­tik betei­ligt wer­den, um eine rechts­kräf­ti­ge und aner­kann­te Insti­tu­ti­on zu eta­blie­ren. Sie müs­sen gemein­sam Nor­men und Regeln inner­halb einer vom Staat geschaf­fe­nen Insti­tu­ti­on erar­bei­ten, dis­ku­tie­ren und durch­set­zen. Nutzer:innen müs­sen nach­voll­zie­hen, wie Geset­ze und Rege­lun­gen geschaf­fen wer­den. Mög­lich sei dies nur über Kom­mu­ni­ka­ti­on und öffent­li­che Debat­ten. Denn mit neu­en Medi­en kom­men immer neue Regu­lie­rungs­pro­ble­me hin­zu, so Löb­lich. Kom­mu­ni­ka­ti­on über Medi­en­po­li­tik und Legi­ti­mi­tät soll­te also immer als öffent­li­che Debat­te geführt wer­den, da die­se kol­lek­ti­ve Ent­schei­dun­gen beein­flus­se. Dort gehe es nicht nur um den Aus­tausch von Argu­men­ten, son­dern auch um Gel­tung und Ein­fluss. Medi­en­po­li­tik muss also raus aus den Hin­ter­zim­mern. (vgl. Löb­lich 2017, S. 430ff.)

Befas­sen sich nur Politiker:innen mit der Medi­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik geben sie vor, was online gesagt und wie dort gehan­delt wer­den darf. Politiker:innen füh­ren Dis­kur­se über für Büger:innen rele­van­te The­men, ohne sie direkt mit ein­zu­be­zie­hen. Nach Michel Fou­cault ist ein Dis­kurs eine sprach­li­che Erzeu­gung von Rea­li­tät (vgl. Hall 2018, S. 201). Dis­kur­se sei­en Fil­ter des Sag­ba­ren, unse­rer Denk- und Hand­lungs­wei­sen (vgl. ebd.). Sie legen dem­nach fest, wie über eine bestimm­te Sache gere­det wer­den darf und was nicht gesagt wer­den darf. Die Art, wie wir über Din­ge spre­chen, beein­flusst unser Han­deln und unse­re Wahr­neh­mung von Rea­li­tät. Dis­kur­se sei­en somit eng mit dem Macht­be­griff ver­bun­den, denn Macht struk­tu­rie­re Dis­kur­se (vgl. ebd., S. 203ff.). Macht lege fest, wie Dis­kur­se sich mani­fes­tie­ren und was dadurch sag­bar ist (vgl. ebd.). Es ist also rele­vant eine mög­lichst gro­ße Viel­zahl an Mei­nung und Sicht­wei­sen in einen Dis­kurs zu inte­grie­ren. Dis­kur­se soll­ten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen erge­ben, die alle abho­len und eine ent­spre­chen­de Rich­tung vor­ge­ben, in die wir uns bewe­gen. Ein ent­spre­chend eta­blier­ter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rat bringt jedoch eine Viel­zahl an Her­aus­for­de­run­gen mit sich – sowohl posi­ti­ve als auch nega­ti­ve. Nutzer:innen ein­zu­be­zie­hen, kann für Medi­en­un­ter­neh­men von Bedeu­tung sein, da die­se sich bis­her kaum Gehör ver­schaf­fen kön­nen. Oft ist dies nur in Form von Beschwer­den und Kri­tik mög­lich, wie auf dem Online­por­tal programmbeschwerde.de. Es müs­sen aller­dings Anrei­ze geschaf­fen wer­den, war­um Bürger:innen sich in Dis­kur­se ein­brin­gen wol­len. Der Staat müs­se aner­ken­nen, dass Nutzer:innen ein gewis­ses Inter­es­se haben, sich in einem Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rat zu betei­li­gen (vgl. Bros­da & Schulz 2020).

Denn Nutzer:innen soll­te eben­falls ent­schei­den, wel­che Regu­lie­run­gen, Gebo­te, Regeln oder Ver­bo­te in einer digi­ta­len Gesell­schaft ange­mes­sen sind. Sie soll­ten mit­be­stim­men, was rich­tig und not­wen­dig ist, um Medi­en und Inter­me­diä­re zu regu­lie­ren, aber die Mei­nungs­frei­heit nicht ein­zu­schrän­ken. Unse­re heu­ti­ge Medi­en­land­schaft stellt Nutzer:innen vor die Her­aus­for­de­rung, eine Viel­zahl ver­schie­de­ner Medi­en­an­ge­bo­te unter­schied­li­cher Medi­en­an­bie­tern kri­tisch ein­zu­ord­nen. Auf dem Ein­zel­nen las­tet somit eine enor­me Ver­ant­wor­tung. Jar­ren for­dert durch die Eta­blie­rung eines Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ra­tes auch die Gestal­tung einer gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tungs­kul­tur (vgl. Jar­ren 2019). Jedoch dis­ku­tiert er nicht, wie die­se aus­se­hen oder ent­ste­hen könn­te. Ver­ant­wor­tung bedeu­te, für etwas Gesche­he­nes ein­zu­ste­hen oder ist eine Ver­pflich­tung, im Rah­men der Mög­lich­kei­ten dafür zu sor­gen, dass das Not­wen­di­ge und Rich­ti­ge getan wird, ohne gro­ßen Scha­den ent­ste­hen zu las­sen (vgl. Duden 2021). Wie kön­nen gesell­schaft­li­che Inter­es­sen reprä­sen­tiert wer­den, wie wer­de Trans­pa­renz gewähr­leis­tet und wie wer­den Ent­schei­dun­gen geklärt? (vgl. Haas & Well­ner 2007, S. 128). Dem kann nur mit einer ent­spre­chen­den Medi­en­kom­pe­tenz begeg­net werden.

Dafür muss eben­falls das Unver­ständ­nis für Infor­ma­tio­nen etwas zu zah­len, aus der Welt geschaf­fen wer­den. Auch das gehört zu einer Ver­ant­wor­tungs­kul­tur. Denn Medi­en­in­ter­me­diä­re stel­len zudem das bis­he­ri­ge Geschäfts­mo­dell der Medi­en­un­ter­neh­men in Fra­ge. Durch zahl­rei­che kos­ten­frei ver­füg­ba­re Online-Inhal­te sinkt die Zah­lungs­be­reit­schaft vie­ler Nutzer:innen. Hier gilt es wie­der bewusst zu machen, dass eine viel­fäl­ti­ge regio­na­le Bericht­erstat­tung die bes­se­re Alter­na­ti­ve zu unvoll­stän­dig recher­chier­ten Online-Inhal­ten ist. Für die­se Recher­che­leis­tung soll­te man bereit sein zu zah­len. Sei das in Form von Abos, Prei­sen pro Arti­kel oder durch den Rund­funk­bei­trag. Kri­ti­scher Jour­na­lis­mus trägt einen gro­ßen Teil zu einer Mei­nungs­bil­dung bei. Er lie­fert Infor­ma­tio­nen über das poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Gesche­hen und Ent­wick­lun­gen. Jour­na­lis­mus ermög­licht eine gesell­schaft­li­che Teil­ha­be und sichert eine Mei­nungs­viel­falt. Ver­ant­wor­tungs­kul­tur bedeu­te an die­ser Stel­le auch eine viel­fäl­ti­ge Medi­en­land­schaft zu erhal­ten. Denn ohne Medi­en­viel­falt ist eine indi­vi­du­el­le und öffent­li­che Mei­nungs- und Wil­lens­bil­dung nicht mög­lich. Dafür braucht es einen regio­na­len und kri­ti­schen Jour­na­lis­mus. Eine Ver­ant­wor­tungs­kul­tur und eine Regu­lie­rungs­in­sti­tu­ti­on zu eta­blie­ren, wird aller­dings nicht ohne Medi­en­kom­pe­tenz funk­tio­nie­ren. Der wich­tigs­te Punkt sei­en auf­ge­klär­te und kom­pe­ten­te Nutzer:innen (vgl. Jar­ren 2019, S. 77), denn sonst kann ein gesell­schafts­po­li­ti­scher Dis­kurs nicht ent­ste­hen. Nutzer:innen, die sich jetzt betei­li­gen wür­den, besit­zen meist schon genü­gend Medi­en­kom­pe­ten­zen oder haben ein gro­ßes Wis­sen über Medi­en. Dabei soll­te jeder und jede soll die Mög­lich­keit bekom­men, sich in unse­rer neu­en Medi­en­land­schaft zurecht­zu­fin­den. Jeder und jede soll­te die Chan­ce bekom­men unse­re Medi­en­land­schaft mitzugestalten.

Medi­en­kom­pe­tenz unter­stützt Bürger:innen auch dabei, ihre Posi­ti­on in unse­rer heu­ti­gen Medi­en­land­schaft bes­ser ein­zu­ord­nen. Durch sozia­le Medi­en ver­än­de­re sich die Rol­le der Nutzer:innen hin vom Rezi­pi­en­ten zum Pro­du­zen­ten, denn es kom­me zu einer Ver­mi­schung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rol­len, Inter­ak­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­zes­sen (vgl. Jar­ren 2019, S. 65). Jede Ände­rung an Regeln, Ver­bo­ten oder Geset­zen betref­fen sie direkt. Ein wei­te­rer Grund, Bürger:innen in die Medi­en­po­li­tik mit ein­zu­be­zie­hen. Sie kön­nen sich nun selbst mit­ein­brin­gen, Bei­trä­ge erstel­len und Mei­nun­gen tei­len. Medi­en­in­ter­me­diä­re wir­ken stark in den Bereich der Indi­vi­dual­kom­mu­ni­ka­ti­on hin­ein. Die bis­he­ri­gen Regu­lie­rungs­maß­na­men des Staa­tes rei­chen dafür schlicht­weg nicht mehr aus. Sie sind zu sehr auf die star­ren Kon­trol­len der tra­di­tio­nel­len Mas­sen­me­di­en aus­ge­legt. Der Medi­en­staats­ver­trag sieht ihr eini­ge neue Rege­lun­gen vor. Er setzt auf eine Siche­rung der Mei­nungs- und Medi­en­viel­falt auf Platt­for­men sowie der Trans­pa­renz. Die­se müs­sen zum Bei­spiel offen­le­gen, wie Algo­rith­men Bei­trä­ge selek­tie­ren. Die Kon­trol­le liegt dann bei den Lan­des­me­di­en­an­stal­ten. Ja, auch das ist wich­tig und ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Mehr Trans­pa­renz ist eine Mög­lich­keit, Nutzer:innen einen Ein­blick in die Arbeit von Medi­en­un­ter­neh­men sowie die Selek­ti­on und Ver­brei­tung von Inhal­ten und Infor­ma­tio­nen zu geben. Doch hilft das dabei, algo­rith­mi­sche Aus­wahl­pro­zes­se zu ver­ste­hen? Die Regu­lie­rung und Kon­trol­le von Inhal­ten allein den Platt­for­men zu über­las­sen, kann daher auch kei­ne Ide­al­lö­sung sein. Inter­me­diä­re ver­mit­teln die Illu­si­on einer Mit­mach­kul­tur, tat­säch­lich sei­en Mit­ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten der Anwender:innen jedoch kaum vor­han­den (vgl. Was­s­mer & Jar­ren 2015, S. 62). Aller­dings müs­se man auch betrach­ten, dass nur ein Bruch­teil der Nutzer:innen die Platt­for­men tat­säch­lich so aktiv nutzt wie ange­dacht (vgl. Betz & Küb­ler 2013, S. 35). Die meis­ten ver­wen­den sozia­le Netz­wer­ke eher pas­siv und kon­su­mie­rend (vgl. ebd.).

Jar­ren und Was­s­mer kom­men zu dem Ergeb­nis, dass AGBs und ANBs auf Platt­for­men wie You­Tube, Twit­ter, Face­book und Wiki­pe­dia eine kla­re Unter­schei­dung von Gebo­ten, Ver­bo­ten, Regeln und Bedie­nungs­in­for­ma­tio­nen feh­le (vgl. ebd., S. 84). Nun ist aber Otfried Jar­ren jemand, dem man eine gute Medi­en­kom­pe­tenz unter­stel­len kann. Meist wer­den AGBs jedoch ein­fach akzep­tiert, ohne sie zu lesen, da sonst eine Nut­zung der Platt­form über­haupt nicht mög­lich ist. Wenn AGBs nicht gele­sen wer­den, kann erst recht nicht beur­teilt wer­den, ob Ver­bo­te und Regeln über­ar­bei­tet wer­den müs­sen. Hier schie­ben Platt­for­men die Ver­ant­wor­tung an den/​die Anwender:in ab. Beim Löschen oder Mel­den von unan­ge­mes­se­nen Inhal­ten oder beim Akzep­tie­ren von Ände­run­gen appel­lie­ren Platt­for­men ger­ne an die Eigen­ver­ant­wor­tung der Nutzer:innen. Die Poli­tik hat aller­dings bis­her ver­ges­sen, die benö­tig­te Medi­en­kom­pe­ten­zen mit zu beden­ken. Medi­en­kom­pe­tenz beschränkt sich also nicht nur auf Wis­sen über Instru­men­te und Tech­no­lo­gien. Viel­mehr gehe es auch um die Ver­mitt­lung von kri­ti­schem Den­ken, dar­um Inhal­te zu bewer­ten und zwi­schen Mei­nun­gen und Tat­sa­chen zu unter­schei­den (vgl. Bisel­li 2014; vgl. Lan­des­me­di­en­zen­trum Baden-Würt­tem­berg 2021). Medi­en­kom­pe­tenz sei ein viel­sei­ti­ger Begriff und wer­de trotz­dem unse­re Zukunft mas­siv mit­prä­gen, denn sie ermög­li­che allen eine akti­ve Teil­nah­me an demo­kra­ti­schen Pro­zes­sen (vgl. ebd.). Medi­en haben sich im Lau­fe der Zeit ver­än­dert und wer­den sich auch zukünf­tig wei­ter­ver­än­dern. Medi­en­kom­pe­tenz ist also dyna­misch und muss sich an die vor­han­de­nen Medi­en anpassen.

Wie wich­tig das kri­ti­sche Hin­ter­fra­gen von Infor­ma­tio­nen im Netz gewor­den ist, zeigt auch die Coro­na-Pan­de­mie noch ein­mal deut­lich. Fake News und Ver­schwö­rungs­theo­rien ver­brei­ten sich über Social Media meist schnel­ler als das Virus selbst. Wor­an das liegt? Nun, im Gegen­satz zu kor­rek­ten Nach­rich­ten klin­gen Falsch­mel­dun­gen oft span­nen­der und über­ra­schen­der. Expert:innen vom MIT fan­den her­aus, dass fal­sche Nach­rich­ten­mel­dun­gen eine 70 Pro­zent höhe­re Wahr­schein­lich­keit hat­ten geret­wee­tet zu wer­den (vgl. Klein­man 2018). Die Stu­die „Coro­na und Medi­en“ der Infra­test dimap im Auf­trag des NDR-Medi­en­ma­ga­zins ZAPP zeigt zudem, dass Per­so­nen, die Social Media als ver­läss­li­che Bericht­erstat­tung anse­hen unge­fähr dop­pelt so häu­fig (25 Pro­zent) offen gegen­über Ver­schwö­rungs­theo­rien sind, wie Men­schen, die den öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk (11 Pro­zent) oder Print­me­di­en (13 Pro­zent) als glaub­wür­dig bewer­ten (vgl. NDR 2020). Psy­cho­lo­gin Pia Lam­ber­ty sagt aller­dings im Gespräch mit dem NDR, dass gera­de Anhänger:innen von Ver­schwö­rungs­theo­rien Kritiker:innen wenig Glau­ben schen­ken oder die­se als naiv abstem­peln wür­den (vgl. Alt­land et al. 2020). Eine Auf­klä­rung kön­ne sogar mit nüch­ter­nen Fak­ten­checks schei­tern, da es für Men­schen schwie­ri­ger sei, sich eine Ver­nei­nung von etwas zu mer­ken (vgl. ebd.). Heißt also: Selbst, wenn jeman­dem gesagt wer­de – Nein, das stimmt nicht – bleibt die Ver­schwö­rungs­theo­rie stär­ker im Gedächt­nis haf­ten (vgl. ebd.).

Doch nicht nur Fake News und Ver­schwö­rungs­theo­rien erhö­hen den Bedarf nach kri­ti­schem Den­ken. Wenn Nutzer:innen stär­ker in die Aus­ge­stal­tung der Medi­en­po­li­tik ein­be­zo­gen wer­den sol­len, soll­ten sie dar­auf sen­si­bi­li­siert wer­den, dass Medi­en­in­ter­me­diä­re nicht bloß Ein­fluss auf die öffent­li­che Mei­nungs- und Wil­lens­bil­dung haben, son­dern auch auf indi­vi­du­el­le Wil­lens­bil­dungs- und Ent­schei­dungs­pro­zes­se (vgl. Jar­ren 2019, S. 65). Neben „nor­ma­len“ Nutzer:innen ver­brei­ten vor allem Influencer:innen ihre eige­ne Mei­nung über Inter­me­diä­re. You­Tuber Rezo erlang­te 2019 mit sei­nem Video „Die Zer­stö­rung der CDU“ bun­des­wei­te Auf­merk­sam­keit. Influ­en­ce­rin Loui­sa Dell­ert spricht auf Insta­gram über The­men wie den CDU-Par­tei­tag, die Coro­na-Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung, Catcal­ling oder Kli­ma­schutz. Loui­sa Dell­ert führt zwar eben­falls Inter­views mit Expert:innen oder Politiker:innen und Rezo beleg­te sei­ne Anschul­di­gun­gen mit wis­sen­schaft­li­chen Quel­len, trotz­dem ver­tre­ten bei­de auch ihre per­sön­li­che Mei­nung für alle zugäng­lich. War­um wer­den die­se gan­zen Bei­spie­le hier auf­ge­führt? Nun, es wer­den unge­fil­tert die per­sön­li­che Mei­nung ande­rer Leu­te auf­ge­nom­men und meist nicht ein­mal hin­ter­fragt. Egal, ob es jetzt um Chem­trails oder Kli­ma­schutz geht. Es wer­den sich kei­ne Gedan­ken über Inten­tio­nen oder über die Her­kunft der Infor­ma­tio­nen gemacht. Ver­schwö­rungs­theo­rien, Fake News, Influencer:innen – Sie alle beein­flus­sen unse­re indi­vi­du­el­le Mei­nungs- und Wil­lens­bil­dung. Jar­ren geht noch einen Schritt wei­ter und sagt, dass alle gesell­schaft­li­chen Mit­glie­der kom­mu­ni­ka­ti­ve Hand­lun­gen, The­men, den Mei­nungs­te­nor und einen Fil­ter des Sag­ba­ren mit­be­stim­men (vgl. Jar­ren 2019, S. 69). Nutzer:innen muss es also gelin­gen, die gro­ße Zahl an Mei­nungs­an­ge­bo­ten kri­tisch ein­zu­ord­nen und zu hin­ter­fra­gen. Das geht aber nur mit einer ent­spre­chen­den Medi­en­kom­pe­tenz. Wer­den Mei­nungs­bei­trä­ge von Influencer:innen kon­su­miert, muss hin­ter­fra­gen wer­den, wo die Infor­ma­tio­nen her­kom­men und unter­schie­den wer­den, ob es sich um Fak­ten oder Mei­nun­gen han­delt. Denn wie soll über Regu­lie­run­gen, Nor­men und Richt­li­ni­en für Medi­en­in­ter­me­diä­re mit­be­stim­men wer­den, wenn Mei­nun­gen und Fak­ten nicht getrennt wer­den können?

Nur durch eine gute Medi­en­kom­pe­tenz ist in unse­rer digi­ta­len Öffent­lich­keit eine gesell­schaft­li­che Teil­ha­be mög­lich. Medi­en­kom­pe­tenz ist aber in unse­rer digi­ta­len Welt eine oft unter­schätz­te Fähig­keit, die viel stär­ker geför­dert wer­den soll­te. So spricht auch Jar­ren wie selbst­ver­ständ­lich von kom­pe­ten­ten Nutzer:innen (vgl. Jar­ren 2019, S. 73). Wie Nutzer:innen die­se Fähig­kei­ten erlan­gen, schreibt er jedoch nicht. Gera­de Algo­rith­men for­dern neue Kom­pe­ten­zen der Gesell­schaft, die es zu erler­nen gel­te (vgl. Krei­ßig & Rath­geb 2020, S. 260). Wird ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rat jetzt eta­bliert, besteht die Gefahr, dass sich nur die betei­li­gen, die ohne­hin schon ein Inter­es­se an Medi­en­po­li­tik haben. Wich­tig ist es jedoch, alle abzu­ho­len und ein­zu­bin­den. Medi­en­kom­pe­tenz ist bereits eine gesetz­lich ver­an­ker­te Kern­kom­pe­tenz der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten. Der Medi­en­staats­ver­trag spricht den Lan­des­me­di­en­an­stal­ten zusätz­lich noch die Regu­lie­rung der Inter­me­diä­ren zu. Somit bleibt ihnen weni­ger Zeit und Mit­tel für die Medi­en­kom­pe­tenz. Bleibt man bei dem Vor­schlag Heges und spal­tet die Auf­ga­be der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten, könn­te sie in ihrem Auf­trag der Medi­en­kom­pe­ten­zen gestärkt wer­den. Die Kennt­nis­se und Pro­jek­te, die bereits lau­fen, könn­ten ver­tieft und aus­ge­wei­tet wer­den. Am Ende ein Gewinn für bei­de Seiten.

Die Lan­des­me­di­en­an­stal­ten initi­ie­ren bereits medi­en­päd­ago­gi­sche Pro­jek­te, erar­bei­ten Rat­ge­ber für Eltern, Lehrer:innen, Erzieher:innen und betei­li­gen sich an euro­pa­wei­ten Pro­jek­ten (vgl. Die Medi­en­an­stal­ten 2021). Die nie­der­säch­si­sche Lan­des­me­di­en­an­stalt hat zum Bei­spiel eine Ziel­li­nie 2025 zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung und Stär­kung von Medi­en­kom­pe­tenz ent­wi­ckelt (vgl. Pres­se- und Infor­ma­ti­ons­dienst­stel­le der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung 2021). Dazu gehö­ren vie­le groß ange­leg­te Pro­jek­te wie die Über­ar­bei­tung der Kern­cur­ri­cu­la an all­ge­mein­bil­den­den Schu­len (vgl. ebd., S. 24). Oder klei­ne­re Din­ge wie Work­shops auf Por­ta­len wie politische-medienkompetenz.de. Dort wer­den alle benö­tig­ten Mate­ria­li­en sowie Kon­zept und Anlei­tung zum Her­un­ter­la­den bereit­ge­stellt (vgl. Poli­ti­sche Medi­en­kom­pe­tenz 2021). Die­se Work­shops oder Ange­bo­te wie die Flim­mo oder klick­safe mögen zwar Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung sei­en. Ihr Nach­teil ist aller­dings, dass sie häu­fig aktiv in Anspruch genom­men wer­den müs­sen. Eltern, Lehrer:innen oder Erzieher:innen müs­sen von die­sen Pro­jek­ten wis­sen, um sie selbst oder an ihre Kin­der oder Schüler:innen wei­ter­zu­ge­ben. Ange­bo­te für Lehrer:innen oder Erzieher:innen sind oft mehr­tä­gi­ge Qua­li­fi­ka­tio­nen oder Fort­bil­dun­gen. Das bedeu­tet einen zusätz­li­chen Zeit­auf­wand, den nicht jeder bereit ist zu inves­tie­ren. Sicher ist das ein Anfang aber wird das auf Dau­er rei­chen, um die Medi­en­kom­pe­tenz zu errei­chen, die Jar­ren sich vor­stellt? Natür­lich ist es schon hilf­reich, Inter­net­re­cher­chen oder die Nut­zung von Whats­App und Face­book in den Unter­richt mit ein­zu­bau­en, aber lang­fris­tig braucht es dann doch eine inter­dis­zi­pli­nä­re Medi­en­kom­pe­tenz im Schul­all­tag. Medi­en­kom­pe­tenz soll­te nicht mehr nur als ein­zel­nes Schul­fach gedacht wer­den, son­dern es soll­te fächer­über­grei­fend geschaut wer­den, wie Medi­en inte­griert wer­den kön­nen (vgl. Tau­ber 2020, S. 180). Neben der Nut­zung des Smart­boards, zäh­le dazu Fit­ness-Apps in den Sport­un­ter­richt ein­zu­bin­den (vgl. ebd.). Medi­en­kri­tik soll­te nicht mehr nur über den Wan­del des Buches, Ver­än­de­rung von Spra­che oder Vor­ur­tei­len gegen­über der „Genera­ti­on Inter­net“ behan­delt wer­den. Doch auch hier muss der Staat ein­grei­fen. Um digi­ta­le Kom­pe­ten­zen zu stär­ken, brau­che es eine ent­spre­chen­de tech­ni­sche Aus­stat­tung der Bil­dungs­stät­ten (vgl. ebd.). In eini­gen Schu­len gibt es bereits Tablet- oder Lap­top­klas­sen. Für eine aus­rei­chen­de Digi­ta­li­sie­rung an Schu­len genügt es jedoch nicht, nur eine Klas­se pro Jahr­gang mit tech­ni­schen End­ge­rä­ten aus­zu­stat­ten. Jeder/​Jede Schüler:in brau­che ein ent­spre­chen­des digi­ta­les End­ge­rät, sei es nun ein Lap­top oder ein Tablet (vgl. ebd.).

Die Medi­en­nut­zung ist für jün­ge­re Gen­ra­tio­nen bereits selbst­ver­ständ­lich. Fra­gen wer­den ein­fach schnell gegoo­gelt. Das Smart­pho­ne mit Whats­App, Face­book, Insta­gram und Snap­chat gehört zum All­tag dazu. Das kri­ti­sche Hin­ter­fra­gen jedoch nicht. Wich­tig ist es hier dafür eine Erkennt­nis zu schaf­fen. Medi­en­kom­pe­ten­zen für jün­ge­re Genera­ti­on lie­ßen sich leicht in das Kern­cur­ri­cu­lum und die Schul­bil­dung inte­grie­ren. Dabei soll­te nicht auf ein frei­wil­li­ges Enga­ge­ment ein­zel­ner Lehr­kräf­te gesetzt wer­den. Was es braucht, ist ein ver­bind­li­ches und ein­heit­li­ches Kon­zept über die Lan­des­gren­zen hin­weg, wel­ches Medi­en­kom­pe­tenz in den Schul­all­tag inte­griert. Denn auch eine jun­ge Lehr­kraft, die pri­vat sozia­le Netz­wer­ke nut­ze, sei nicht zwangs­läu­fig in der Lage, einen guten medi­en­ge­stütz­ten Unter­richt zu gestal­ten (vgl. Krei­ßig & Rath­geb 2020, S. 258). Natür­lich mag es hel­fen, sich eben­falls per­sön­lich damit zu beschäf­ti­gen, kri­ti­sches Den­ken und Hin­ter­fra­gen wer­de aber so noch lan­ge nicht erlernt (vgl. ebd.). Pri­va­ter Medi­en­kon­sum kön­ne an die­ser Stel­le eine spe­zi­fi­sche Aus­bil­dung nicht ersetz­ten (vgl. ebd.). Vor­stell­bar wäre hier den­noch ein eige­nes Schul­fach, in dem schon jun­ge Nutzer:innen über The­men wie Selbst­schutz, Mit­ge­stal­tung und Über­prü­fung des Wahr­heits­ge­halts geschult wer­den. Dazu gehört jedoch auch zu ver­ste­hen und ler­nen, wie das Medi­en­sys­tem Deutsch­land funk­tio­niert, wie Medi­en­po­li­tik gestal­tet wird sowie jour­na­lis­ti­sches Basis­wis­sen. Das sind Din­ge, die berück­sich­tigt wer­den soll­ten, wenn Schüler:innen spä­ter die Medi­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik aktiv mit­ge­stal­ten wollen.

Jedoch darf dabei nie­mand außen vor­ge­las­sen wer­den. Auch die­je­ni­gen, die nicht mehr zur Schu­le gehen, im Ren­ten­al­ter sind, in bil­dungs­fer­nen Haus­hal­ten woh­nen oder zum sozi­al­schwä­che­ren Teil der Gesell­schaft zäh­len, dür­fen beim The­ma Medi­en­kom­pe­tenz nicht über­gan­gen wer­den. Vor der Auf­ga­be, Medi­en­an­ge­bo­te kri­tisch ein­zu­ord­nen, ste­hen alle Alters­grup­pen (vgl. Krei­ßig & Rath­geb 2020, S. 259). Medi­en­kom­pe­tenz ermög­li­che einen Zugang zu objek­ti­ven Infor­ma­tio­nen, Instru­men­ten zur Bewer­tung von Quel­len und eine Teil­ha­be am gesell­schaft­li­chen Leben (vgl. ebd.). Aller­dings gestal­tet es sich hier schwie­ri­ger eine gro­ße Grup­pe zu errei­chen. Denn an frei­wil­li­gen Kur­sen wer­den wahr­schein­lich nur die teil­neh­men, die ohne­hin schon eine gewis­se Affi­ni­tät zum The­ma haben. Trotz­dem ist ein jour­na­lis­ti­sches Basis­wis­sen in unse­rer Medi­en­ge­sell­schaft ein Muss. Das Wis­sen dazu fällt jedoch nicht vom Him­mel, son­dern muss gelernt wer­den. Neben Schu­len ste­hen also auch ande­re Bil­dungs­ein­rich­tun­gen unter Zug­zwang. Volks­hoch­schu­len, Uni­ver­si­tä­ten, Kin­der- und Jugend­zen­tren. Viel­leicht sogar der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk mit Ange­bo­ten zum The­ma Medi­en­kom­pe­tenz sowie Medi­en und Demo­kra­tie. Hier könn­ten sowohl Koope­ra­tio­nen mit Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ent­ste­hen, also auch eige­ne Pro­gramm­an­ge­bo­te und For­ma­te. Für die Betei­li­gung an der Medi­en­po­li­tik ist es wich­tig, dass Nutzer:innen ver­ste­hen, war­um bestimm­te Regu­lie­run­gen und Regeln ein­ge­setzt wer­den. Medi­en­kom­pe­tenz soll­te als zen­tra­les und wesent­li­ches Ele­ment unse­rer Gesell­schaft wahr­ge­nom­men wer­den (vgl. ebd., S. 260). Sie sei kei­ne net­te Zusatz­leis­tung, son­dern eine signi­fi­kan­te Fähig­keit in unse­rer digi­ta­len Gesell­schaft (vgl. ebd.). Was es braucht, sei eine struk­tu­rier­te Kom­pe­tenz­för­de­rung, die Men­schen ihr Leben lang beim Ler­nen beglei­te (vgl. ebd.). Denn damit eine Media Gover­nan­ce und ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rat funk­tio­nie­ren kön­nen, müs­sen Büger:innen dem Bereich ein Inter­es­se ent­ge­gen­brin­gen und rele­van­ten The­men Auf­merk­sam­keit verschaffen.

Die Idee einer zivil­ge­sell­schaft­li­chen Betei­li­gung an Medi­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik ist grund­sätz­lich eine rele­van­te und zukunfts­träch­ti­ge. Nutzer:innen haben durch sozia­le Netz­wer­ke und Inter­me­diä­re viel mehr Mög­lich­kei­ten, sich selbst aktiv ein­zu­brin­gen und Medi­en mit­zu­ge­stal­ten. Daher ist es eine logi­sche Kon­se­quenz, sie auch über Regu­lie­run­gen und Sank­tio­nen mit­ent­schei­den, mit­be­stim­men und mit­dis­ku­tie­ren zu las­sen. Die par­ti­zi­pa­ti­ven Mög­lich­kei­ten brin­gen gleich­zei­tig eine gro­ße Ver­ant­wor­tung mit sich. Auf die­se muss der Staat den/​die Nutzer:in vor­be­rei­ten. Sei­ne Auf­ga­be ist es, eine Insti­tu­ti­on zu schaf­fen, die ohne staat­li­chen Ein­fluss Regu­lie­rung der Inter­me­diä­ren und Mas­sen­me­di­en angeht. Otfried Jar­ren, Hans Hege und Hel­mut Har­tung sind nur eini­ge, die Vor­schlä­ge gemacht haben, wie eine sol­che Insti­tu­ti­on aus­se­hen könn­te. Die Eta­blie­rung einer sol­chen Ein­rich­tung bringt vie­le Fra­gen mit sich, deren Dis­kus­si­on den Rah­men die­ses Essays spren­gen wür­de. Das wich­tigs­te hat der Essay jedoch ver­sucht anzu­rei­ßen. Die Eta­blie­rung einer sol­chen Insti­tu­ti­on for­dert die Akzep­tanz und Legi­ti­mi­tät durch die Regu­lier­ten – sowohl Nutzer:innen als auch Medi­en­un­ter­neh­men. Ohne die­se erhält eine sol­che Insti­tu­ti­on kei­ne Hand­lungs­macht. Anwender:innen. müs­sen jedoch auch sehen, wel­che Ver­ant­wor­tung ihnen in der neu­en Medi­en­land­schaft zu kommt und die­se anneh­men. Gleich­zei­tig muss eine Medi­en­viel­falt erhal­ten blei­ben, um Mei­nungs­bil­dung zu ermög­li­chen. Auch das ist Teil einer gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tungs­kul­tur. Das funk­tio­niert jedoch nicht ohne eine aus­rei­chen­de Medi­en­kom­pe­tenz. Auch hier ist der Staat gefor­dert. Medi­en­kom­pe­tenz bedeu­tet in unse­rer digi­ta­len Gesell­schaft die Mög­lich­keit zur poli­ti­schen Teil­ha­be. Um eine Chan­cen­gleich­heit her­zu­stel­len, muss jedoch allen Bürger:innen die Mög­lich­keit zur Wei­ter­bil­dung geben wer­den. Eine Regu­lie­rungs- und Beschwer­de­insti­tu­ti­on ist nicht von heu­te auf mor­gen zu rea­li­sie­ren. Es ist eher als Pro­zess zu ver­ste­hen, der jetzt vom Staat ange­sto­ßen wer­den muss. Das Wich­tigs­te ist zunächst der Auf­bau neu­er Struk­tu­ren zur För­de­rung der Medi­en­kom­pe­tenz. Erst wenn das hin­rei­chend eta­bliert ist, kann über eine Betei­li­gung der Bürger:innen an Medi­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik gespro­chen wer­den. Hier darf sich aller­dings nicht nur auf Schu­len beschränkt wer­den. Vor­ran­gig liegt die­se Auf­ga­be bei den Lan­des­me­di­en­an­stal­ten. Medi­en­kom­pe­tenz zählt bereits zu ihren Kern­auf­ga­ben und die gilt es aus­zu­wei­ten. Für einen gesell­schafts­po­li­ti­schen Dis­kurs sind auf­ge­klär­te und kom­pe­ten­te Bürger:innen unver­zicht­bar. Medi­en­kom­pe­tenz ist kein Luxus­gut, son­dern ein essen­zi­el­ler Bau­stein unse­rer Demokratie.

Über die Autorin

Karo­li­ne Stein­bock stu­diert Kom­mu­ni­ka­tions­man­age­ment und fällt dort immer wie­der durch nach­wir­ken­de Bei­trä­ge auf. Ihr Text ent­stand im Rah­men eines Semi­nars der Kom­Ma-Pro­fes­sur mit der Ziel­rich­tung, die Zukunft der Medi­en, die Zukunft des Medi­en­sys­tems in Deutsch­land aus­zu­lo­ten. Stu­die­ren­de des Mas­ter­stu­di­en­gangs Kom­mu­ni­ka­tions­man­age­ment argu­men­tie­ren im Ergeb­nis die­ses Semi­nars sorg­fäl­tig und stel­len fun­dier­te Über­le­gun­gen an: Wie kann ein öffent­lich-recht­li­cher Rund­funk gestal­tet wer­den? Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es, Medi­en­zu­kunft ange­sichts zuneh­men­der Ver­schie­bun­gen der Medi­en­nut­zung zu den­ken? Wel­che Rol­le spie­len Plattformen?

Lite­ra­tur zum Essay

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