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Literatur für die Hochschullehre – Drei Empfehlungen

Das Bündnis für Hochschullehre Lehre-hoch-n, bekannt für seine Initiative und Lobbyarbeit für bessere, engagierte und zukunftsorientierte Hochschullehre hat seine Mitglieder zum Projektabschluss gebeten, für sie jeweils prägende „Lehrliteratur“ zusammenzustellen. Maximal drei Texte waren erlaubt. Hier kommt die – sehr persönlich gehaltene – Auswahl von KomMa-Professor Harald Rau, wer mehr lesen will, kann das hier (das Bildmotiv zu diesem Beitrag, eine Illustration von Johanna Benz, ist dem frei downloadbaren Band entnommen):
https://lehrehochn.de/wp-content/uploads/2020/12/lehre_n_abschlusspublikation.pdf

PESCHEL, F. (2002). Ist das Unterricht? Unterricht ohne zu unterrichten. In R. Voß (Hrsg.). Unterricht aus konstruktivistischer Sicht. die Welten in den Köpfen der Kinder (S. 7-11). Neuwied; Kriftel, Luchterhand.
Kein pädagogischer Text war in der Lage, mein Denken über Lernen und Lehren so nachhaltig zu beeinflussen und zu verändern, wie dieser Werkstattbericht eines Grundschullehrers. Kurz, prägnant (vier Seiten lang), berührend, ehrlich, authentisch und mitreißend zugleich. Der Rest des Herausgeberbandes von Reinhard Voß ist nicht minder empfehlenswert – ein weiteres Highlight wäre das Interview mit Ernst von Glasersfeld, dem radikalen Konstruktivisten.

HEROLD, M. &; HEROLD, C. (2017). Selbstorganisiertes Lernen in Schule und Beruf. (Aufl. 3). Weinheim: Beltz Verlag.
Die zentrale Schlüsselkompetenz in der modernen (Hochschul-)Lehre lautet: Selbstorganisationskompetenz. Herold und Herold führen strukturiert im Sinne von für den Leser wohlgeordnet, damit zielführend und leicht lesbar in die Welt der Selbstorganisation, wobei der besondere Reiz des Buches in den Ausführungen zu unzähligen Hilfsmitteln, Werkzeugen, Stützen und Methoden liegt – ein wahrer Fundus für alle Lehrenden. Es ist für Lehrer und Weiterbildner in Unternehmen geschrieben – verdient aber die breite Rezeption in den Hochschulen!

KRISHNAMURTI, J. (2008). Education and the Significance of Life. San Francisco: Harper-Collins.
Es mag überraschen, dass hier ein eher spirituell angehauchter Buchvorschlag erscheint. Am Ende aber zählt stets die eigene, die innere, tiefe Einstellung zum Bildungsprozess, zählen die Glaubenssätze, die wir kulturell verinnerlicht haben und die wir als Lehrende leben. Dieses Buch hilft dabei, alles in Frage zu stellen, was wir über Lernen an Überzeugungen gewonnen und in Affirmationen gefestigt haben. Eines meiner Lieblingszitate: „As a teacher I must have the feeling that when you leave school or college you should be without fear. If really have that feeling, I can help you to be free of fear.“ Hinzuzufügen wäre: Mich persönlich hat die Workshop-Arbeit am Bildungsverständnis im ehemaligen Wohnhaus Krishnamurtis nachhaltig verändert. Ich glaube, ich bin heute ein besserer Lehrer, wenngleich auch dieses wieder einer jener vertrackten Glaubenssätze wäre.

 

Illustration: Johanna Benz.

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