Die Shop­ping-Queen! Exper­ti­se aus dem Bereich Medi­en der Ost­fa­lia

Mit­te Sep­tem­ber kommt die Vox-Sen­dung „Shop­ping Queen“ zum zwei­ten Mal nach 2018 nach Wolfs­burg. “Die Ankün­di­gung und der Bewer­bungs­auf­ruf haben in den sozia­len Medi­en ein rie­si­ges Echo aus­ge­löst, mehr als 450 Kom­men­ta­re gibt es dazu allein auf der Face­book-Sei­te der Wolfs­bur­ger Nach­rich­ten.”, schreibt die Jour­na­lis­tin Kers­tin Kal­kreu­ter in den WN. Sie hat gleich zwei Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Medienexpert:innen der Ost­fa­lia zum zu sei­nen Beson­der­hei­ten und zur Fas­zi­na­ti­on befragt, die das Rea­li­ty-TV-For­mat regel­mä­ßig beglei­tet. 

Bild: Web­site-Screen­shot des Shop­ping-Queen-Pro­du­zen­ten Con­stan­tin Enter­tain­ment.

“Raus aus den Schul­den” – Kom­Ma-Gut­ach­ten für Sebas­ti­an Stie­ler

Sie ist im Rück­blick eine der erfolg­rei­chen Seri­en mit Real­cha­rak­ter im Deut­schen Fern­se­hen: die Sen­dung „Raus aus den Schul­den“, in der der Schuld­ner­be­ra­ter Peter Zwegat Men­schen mit Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten besucht und berät, manch­mal ver­ständ­nis­voll-zurück­hal­tend, manch­mal streng und for­dernd. Sebas­ti­an Stie­ler, frisch geba­cke­ner Dok­tor der Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten hat in Leip­zig erfolg­reich sei­ne Dis­ser­ta­ti­on ver­tei­digt, in der er sich nicht nur tief­ge­hend mit den Fra­gen beschäf­tigt, wie und war­um Haus­hal­te in die Schul­den­fal­le gera­ten, dar­über hin­aus hat er alle Fol­gen der Sen­dun­gen inhalts­ana­ly­tisch aus­ge­wer­tet und auf­be­rei­tet. Dabei macht er sehr gut deut­lich, wel­che Aspek­te in den Sen­dun­gen beson­ders brei­ten Raum ein­neh­men, was sich beson­ders gut insze­nie­ren lässt. Nie­mand zuvor hat eine ver­gleich­ba­re Sen­dung in ähn­li­cher Tie­fe durch­drun­gen. 

Harald Rau aus dem Kom­Ma-Team schrieb das Zweit­gut­ach­ten zur Dis­ser­ta­ti­on von Sebas­ti­an Stie­ler und beglei­te­te als einer von drei Prü­fern auch die Ver­tei­di­gung der Arbeit in Leip­zig. Das Kom­Ma-Team freut sich über den Erfolg von Sebas­ti­an Stie­ler und die erfolg­rei­che Pro­mo­ti­on.

Jour­na­lis­tin, Akti­vis­tin, Influ­en­ce­rin – war­um es so schwie­rig ist, den Unter­schied zu fin­den!

Wie sol­len klas­si­sche Medi­en auf Social Media reagie­ren? Wie setzt man sich am bes­ten mit neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­rou­ti­nen aus­ein­an­der? Was unter­schei­det Jour­na­lis­ten von Influ­en­cern? Wo beginnt Jour­na­lis­mus, wo endet er? Das alles sind Fra­gen, die man an einem aktu­el­len Bei­spiel aus­ge­spro­chen gut nach­voll­zie­hen kann.

Auf einer kom­plet­ten Sei­te doku­men­tier­te die Braun­schwei­ger Zei­tung nun Auf­tritt und Schwer­punk­te der Braun­schwei­ger Social-Media-Kom­mu­ni­ka­teu­rin Ana­bel Schun­ke. Räumt man ihr damit zuviel Platz ein, nimmt man sie zu wich­tig? Wie ist sie über­haupt ein­zu­schät­zen, ist sie Jour­na­lis­tin, Akti­vis­tin, Influ­en­ce­rin? Mit ihrem Por­trait trat das Zei­tungs­haus und Redak­teur André Dol­le auch unter Lesern eine gro­ße Dis­kus­si­on los – Harald Rau vom Kom­Ma-Team wur­de als Exper­te zur Ein­ord­nung gefragt. 

In die­sem Post doku­men­tie­ren wir die Bericht­erstat­tung, die Reak­tio­nen von Frau Schun­ke, sowie den in der Zei­tung fort­ge­führ­ten Dis­kurs. Zusätz­lich zum in der Braun­schwei­ger Zei­tung abge­druck­ten Inter­view, stel­len wir hier auf der Kom­Ma-Sei­te die Lang­fas­sung des Inter­views mit Harald Rau zur Ver­fü­gung.

21. Juli 2020
Das Inter­view der Braun­schwei­ger Zei­tung
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21. Juli 2020
21. Juli 2020
Reak­ti­on von Ana­bel Schun­ke

Ich könn­te jetzt hier ewig lang erklä­ren, wor­über ich 2 1/​2 Stun­den mit dem Kol­le­gen von der Braun­schwei­ger Zei­tung…

Gepos­tet von Ana­bel Schun­ke am Diens­tag, 21. Juli 2020
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21. Juli 2020
23. Juli 2020
Ant­wort der Braunchwei­ger Zei­tung
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23. Juli 2020
Reak­ti­on auf Face­book

Die Braun­schwei­ger Zei­tung legt nach. Man merkt, dass man mit Tex­ten über mich eine Reich­wei­te gene­riert, die man sonst…

Gepos­tet von Ana­bel Schun­ke am Mitt­woch, 22. Juli 2020
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Lang­fas­sung des Inter­views mit Mari­us Klin­ge­mann von der Braun­schwei­ger Zei­tung:

Mari­us Klin­ge­mann: In einem Leser­brief der Braun­schwei­ger Zei­tung als Reak­ti­on auf die Bericht­erstat­tung wird geschrie­ben: „Ich ver­fol­ge schon lan­ge die Bei­trä­ge und Tex­te von Frau Schun­ke. Immer auf dem Punkt genau. Gut geschrie­ben. Und ohne jeg­li­che Ten­denz zu irgend­ei­nem poli­ti­schen Lager. Sie hat den Mut die Miss­stän­de in unse­rem Land anzu­spre­chen. Was schon allein trau­rig ist dass eine Jour­na­lis­tin Mut haben muss um etwas zu schrei­ben oder auf den sozia­len Netz­wer­ken zu zei­gen.“ Wie wür­den Sie das Prä­di­kat „Jour­na­list“ in Zusam­men­hang mit Frau Schun­ke beur­tei­len? Wel­che Rele­vanz und auch „Deu­tungs­macht“ hin­sicht­lich bspw. poli­ti­scher The­men (hier z.B.: Ein­wan­de­rung, Islam) haben Influ­en­cer heut­zu­ta­ge aus Ihrer Sicht, und das auf wel­ches Publi­kum? Was acht das „Phä­no­men Schun­ke“ dabei viel­leicht ins­be­son­de­re aus?

Harald Rau: Nun, es ist ja so, dass sich jeder Jour­na­list oder Jour­na­lis­tin nen­nen darf. Das ist kei­ne geschütz­te Berufs­be­zeich­nung. Die Dis­kus­si­on, wer der rich­ti­ge, der wah­re Jour­na­list ist, ist so alt wie das Berufs­bild selbst. Gehen wir zurück ins 19. Jahr­hun­dert – eine extrem gro­ße Zahl der Medi­en, damals alles Print­me­di­en, war Par­tei­en­pres­se. Das was wir heu­te als neu­tra­len Jour­na­lis­mus ken­nen, der einem Kodex ver­pflich­tet ist, das ist ein Phä­no­men, das im Grun­de erst nach der Neu­ord­nung des Medi­en­sys­tems durch die Alli­ier­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg mit ohne Fra­ge hier gutem angel­säch­si­schem Ein­fluss ent­stand. Den­noch wür­de ich immer einen Unter­schied zwi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on über Sozia­le Medi­en und über Mas­sen­me­di­en machen. Der Ein­fluss von Influ­en­cern ist bezo­gen auf das Kauf­ver­hal­ten inzwi­schen ganz gut erforscht. Die meis­ten Stu­di­en – eine recht umfas­sen­de vom Bun­des­ver­band Digi­ta­le Wirt­schaft zum Bei­spiel – sagen, dass Influ­en­cer Kauf­ent­schei­dun­gen in durch­aus inter­es­san­tem Maße beein­flus­sen. Wir kön­nen also auch davon aus­ge­hen, dass sie auf poli­ti­scher Ebe­ne Bedeu­tung haben.

Mari­us Klin­ge­mann: Wo sto­ßen klas­si­sche Medi­en bei sol­chen Themen/​Konstellationen womög­lich an ihre Gren­zen, die für Influencer/“Internet-Persönlichkeiten“ nicht gel­ten? Wor­in liegt hier aus Ihrer Sicht die Gefahr (aber ggf. auch ein Vor­teil)?
Harald Rau: Wür­den Sie jeman­den, der sich Arzt nennt aber weder eine Appro­ba­ti­on noch ein abge­schlos­se­nes Stu­di­um oder eine Fach­arzt­aus­bil­dung absol­viert hat, Ihren Blind­darm ope­rie­ren las­sen? Sicher nicht! Im Medi­en­be­reich tun wir aber gera­de die­ses, dabei ist eine demo­kra­ti­sche, kom­plex aus­dif­fe­ren­zier­te Gesell­schaft ohne ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem der Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on nicht denk­bar. Das ist mei­ne Über­zeu­gung. In der heu­ti­gen Medi­en­welt wach­sen Jour­na­lis­mus, Public Rela­ti­ons, Polit­stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on und Akti­vis­mus mehr oder weni­ger gezwun­ge­ner­ma­ßen zusam­men. Wir gestat­ten über Social Media Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern, Influ­en­cern – also Beein­fluss­ern -, Akti­vis­ten jeder Cou­leur, selbst­er­klär­ten Bes­ser­wis­sern und kei­nem Pres­se­ko­dex ver­pflich­te­ten Kom­mu­ni­ka­teu­ren uns mit ihren Mei­nun­gen zu behel­li­gen – nicht gut!

Mari­us Klin­ge­mann: Frau Schun­ke sieht sich laut ihrer Aus­sa­gen offen­bar nicht als klas­si­sche „Ver­füh­re­rin“, son­dern beruft sich auf die „Eigen­ver­ant­wor­tung“ der Men­schen, die ihr bspw. bei Face­book fol­gen und ihre Bei­trä­ge so auf­neh­men. Auch aus unse­rem genann­ten Arti­kel: „Und wie steht es um ihre Ver­ant­wor­tung? Auch jün­ge­re, noch unge­fes­tig­te Per­sön­lich­kei­ten dürf­ten ihre Bei­trä­ge lesen, ihre Film­chen schau­en. Schun­ke sagt ledig­lich: „Die Leu­te tra­gen eine Eigen­ver­ant­wor­tung.“

Harald Rau: Das ist genau der Punkt – sie hat recht. die ein­zi­ge Alter­na­ti­ve wäre, Medi­en­re­gu­lie­rung aus­zu­deh­nen, damit kom­men wir mög­li­cher­wei­se dem The­ma Zen­sur näher. Und der wich­ti­ge Satz lau­tet ja: „Eine Zen­sur fin­det nicht statt!“. Die ein­zi­ge Lösung wäre: Medi­en­bil­dung. Mün­di­ge Bür­ger in einer Demo­kra­tie brau­chen die Werk­zeu­ge zur guten Ent­schei­dungs­fin­dung. Wir haben ja wäh­rend der Pan­de­mie ja dann doch gese­hen, dass vie­le den klas­si­schen Medi­en eher ver­trau­en. Deren Absatz stieg. Wer infor­miert sein will, benö­tigt einen Stan­dard. Es gibt kei­ne ande­re Lösung als bereits im huma­nis­ti­schen Bil­dungs­ide­al for­mu­liert wur­de: Bil­dung ist mehr als Wis­sen. Wir brau­chen mehr und bes­se­re Medi­en­bil­dung. Schon Kin­der müs­sen wis­sen, was Medi­en mit ihnen machen – und was ernst­zu­neh­men­de Inhal­te sind und was nicht. Viel­leicht soll­ten wir ja zusätz­lich über eine geschütz­te Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­ons-Berufs­be­zeich­nung nach­den­ken.

Mari­us Klin­ge­mann: Kann man sich hier Ihrer Mei­nung nach als Mensch mit zig Tau­send Fol­lo­wern so ein­fach „aus der Affä­re zie­hen“?

Harald Rau: Ja, das ist Mei­nungs­frei­heit, grund­ge­setz­lich gesi­chert.

Mari­us Klin­ge­mann: In einem wei­te­ren Leser­brief heißt es: „Ist es nicht etwas unver­hält­nis­mä­ßig, Frau Schun­ke die­se Büh­ne von einer gan­zen, kom­plet­ten Sei­te in Ihrer Zei­tung zu geben?“ Wie sehen Sie die Rol­le der „klas­si­schen Medi­en“ in die­ser Kon­stel­la­ti­on? Ist eine Aus­ein­an­der­set­zung mit „spe­zi­el­len“ Posi­ti­on, auch im hier statt­ge­fun­de­nen Umfang, jeder­zeit rich­tig oder soll­te man die­se „Büh­ne“ ggf. auch mal ver­weh­ren? War­um?

Harald Rau: Inter­es­san­ter­wei­se habe ich am Tag der Publi­ka­ti­on genau die­ses am Früh­stücks­tisch auch dis­ku­tiert: War­um gibt die Braun­schwei­ger Zei­tung hier eine solch gro­ße Platt­form? Per­sön­lich bin ich in die­sem Punkt hin- und her­ge­ris­sen: Wir müs­sen die­se The­men bespre­chen. In die­sem Fall unbe­dingt hin­zu­zu­fü­gen wäre: Im Netz sind 70.000 Fol­lower im Grun­de ein Klacks.- Gron­kh, der sich beim „Gamen“ über die Schul­ter schau­en lässt, hat 4,89 Mil­lio­nen Abon­nen­ten, wer also ist da Frau Schun­ke?.

Team­mit­glied Björn erlebt Coro­na-Cha­os in Jamai­ka

Anfang März 2020 reis­te Björn Berin­ger, wis­sen­schaft­li­che Hilfs­kraft an der Pro­fes­sur für Kom­mu­ni­ka­tions­man­age­ment nach Jamai­ka. Neben einem Urlaub war ein Gast­vor­trag an der Carib­be­an School of Media and Com­mu­ni­ca­ti­on geplant. Das Insti­tut gehört zur Uni­ver­si­ty of the West Indies in King­s­ton, mit der zudem Gesprä­che über eine Hoch­schul­ko­ope­ra­ti­on ver­ein­bart waren. Durch die Aus­brei­tung des COVID-19 Virus muss­te Björn die Rei­se vor­läu­fig abbre­chen. Wie es wei­ter­ging, lesen Sie im Arti­kel der Braun­schwei­ger Zei­tung.

Harald Rau erneut als Gut­ach­ter des Wis­sen­schafts­ra­tes aus­ge­wählt

Der Inha­ber der Ost­fa­lia-Pro­fes­sur für Kom­mu­ni­ka­tions­man­age­ment, Harald Rau, ist wie­der Gut­ach­ter für den Wis­sen­schafts­rat. Die­ser Rat gilt als das bedeu­tends­te deut­sche Bera­tungs­gre­mi­um der Wis­sen­schafts­po­li­tik, mit Sitz in Köln unter­stützt er Bund und Län­der in Fra­gen der inhalt­li­chen und struk­tu­rel­len Wei­ter­ent­wick­lung des Hoch­schul­sys­tems sowie der staat­li­chen För­de­rung von For­schungs­ein­rich­tun­gen. Zu den beson­de­ren Auf­ga­ben des Wis­sen­schafts­rats zählt es auch, Stel­lung­nah­men zur so genann­ten „Insti­tu­tio­nel­len Akkre­di­tie­rung“ nicht­staat­li­cher Hoch­schu­len zu erstel­len. Rau wur­de für die Begut­ach­tung einer pri­va­ten Hoch­schu­le in Hes­sen und damit für die­sen Bereich der insti­tu­tio­nel­len Akkre­di­tie­rung aus­ge­wählt. In den dort ange­sie­del­ten Ver­fah­ren wird geklärt, ob eine Hoch­schu­le Leis­tun­gen in Leh­re und For­schung erbrin­gen kann, die aner­kann­ten wis­sen­schaft­li­chen Maß­stä­ben ent­spre­chen. Das Ziel der Insti­tu­tio­nel­len Akkre­di­tie­rung besteht in der Siche­rung der wis­sen­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit einer Hoch­schul­ein­rich­tung wie auch im Schutz der Stu­die­ren­den sowie der öffent­li­chen und pri­va­ten Arbeit­ge­ber bzw. Arbeit­ge­be­rin­nen als Abneh­mer der Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten. In der Ver­gan­gen­heit war Rau bereits mehr­fach als Gut­ach­ter für den Wis­sen­schafts­rat aus­ge­wählt wor­den.

Gibt es eine „Coro­na-Panik“? Prof. Rau im Inter­view mit der Braun­schwei­ger Zei­tung

Was hat das Coro­na­vi­rus mit Kom­mu­ni­ka­ti­on zu tun? Nun, man darf dar­über nach­den­ken, was wann in wel­cher Form berich­tens­wert ist, was als Panik­ma­che ein­zu­stu­fen ist und wel­che Rol­le Ver­schwö­rungs­theo­rien in der aktu­el­len Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on spie­len. Des­halb war Harald Rau, Inha­ber der Pro­fes­sur Kom­mu­ni­ka­tions­man­age­ment, Inter­view­gast der Braun­schwei­ger Zei­tung. Sei­ne Über­zeu­gung: Wis­sen­schaft­ler haben in Chi­na schon früh­zei­tig kom­mu­ni­ziert, die Poli­tik gera­de in der am stärks­ten betrof­fe­nen Pro­vinz mit Zen­sur reagiert. Fazit: Aus der Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on zum Coro­na­vi­rus-Aus­bruch lässt sich schon jetzt sehr viel ler­nen.

Tran­skrip­ti­ons­zeit hal­bie­ren: Eine semi-auto­ma­ti­sche und kos­ten­freie Tran­skrip­ti­ons­rou­ti­ne für die qua­li­ta­ti­ve For­schung

Das Tran­skri­bie­ren, also das Über­tra­gen von Audio­da­ten in Text­form, ist eine der zeit­auf­wän­digs­ten Auf­ga­ben im sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen For­schungs­pro­zess. Bei manu­el­ler Tran­skrip­ti­on benö­tigt man als geüb­ter Tip­per für ein ein­stün­di­ges Inter­view etwa fünf Stun­den. Geüb­te Schrei­ber tip­pen übri­gens 50 bis 70 Wör­ter pro Minu­te, beim 2‑Fin­ger-Such­sys­tem hal­biert sich die­se Zahl auch schnell. Also wie­so nicht die Sprach­er­ken­nungs­soft­ware von Ama­zon Ale­xa, Apple Siri, Goog­le Assi­stant oder Sam­sung Bix­by zur auto­ma­ti­schen Tran­skrip­ti­on nut­zen und so Zeit spa­ren?

Wir haben diver­se Soft­ware, APIs und Kon­fi­gu­ra­tio­nen getes­tet und eine Tran­skrip­ti­ons­rou­ti­ne zur semi-auto­ma­ti­schen und vor allem kos­ten­lo­sen Kon­ver­tie­rung von Spra­che in Text ent­wi­ckelt:

Audio rich­tig auf­neh­men je nach Inter­view­form

Je bes­ser das Inter­view auf­ge­nom­men ist, je deut­li­cher und kla­rer die Spra­che zu ver­ste­hen ist, des­to genau­er funk­tio­nie­ren auto­ma­ti­sier­te Sprach­er­ken­nungs­pro­gram­me. Falls eure Erhe­bung also noch nicht abge­schlos­sen sein soll­te, führt ihr eure Inter­views per­sön­lich durch – Face-to-Face – und nehmt das Gespräch mit einem por­ta­blen Ste­reo-Audio­re­cor­der auf.

Fest­netz > Mobil­netz > Sky­pe!

Soll­te ein per­sön­li­ches Inter­view nicht mög­lich sein, ach­tet auch beim Tele­fon­in­ter­view auf die best­mög­li­che Audio­qua­li­tät.
Bei der Auf­nah­me eines Inter­views über ein Fest­netz­te­le­fon soll­te ein Tele­fon-Auf­nah­me­ad­ap­ter genutzt wer­den. Die Auf­nah­me kann dann bei­spiels­wei­se über einen PC erfol­gen.

Bei der Auf­nah­me eines Anru­fes über ein Smart­pho­ne kön­nen „Call Recor­der“ Apps genutzt wer­den.
Android App um Anru­fe auf­zu­zeich­nen:
iOS-App um Anru­fe auf­zu­neh­men:

Ein Gespräch über Sky­pe kann direkt mit den Bord­mit­teln von Sky­pe auf­ge­nom­men wer­den: https://support.skype.com/de/faq/FA12395/wie-zeichne-ich-skype-anrufe-auf

Zusam­men­stel­lung von Sprach­er­ken­nungs- und Tran­skrip­ti­ons­soft­ware

Die wohl bekann­tes­te kos­ten­pflich­ti­ge Soft­ware zur Über­set­zung von Spra­che zu Text ist „Nuan­ce“ der Fir­ma Dra­gon. Diver­se kos­ten­pflich­ti­ge Ser­vices wie GoTran­script, Tran­scri­be­Files, Hap­py­Scri­be, Amber­Script, Sonix bie­ten die Mög­lich­keit an, Audio­da­tei­en direkt online auto­ma­tisch tran­skri­bie­ren zu las­sen. Falls ihr kein Geld aus­ge­ben möch­tet, zei­gen wir euch hier, wie ihr kos­ten­los Goog­le Speech-to-Text nut­zen könnt.

Falls ihr in der Lage seid, ein paar Zei­len Code zu schrei­ben, emp­feh­len wir aber die APIs der gän­gi­gen Sprach­as­sis­ten­ten direkt zu nut­zen:

Kos­ten­lo­se Tran­skrip­ti­ons­rou­ti­ne mit der Sprach­dik­tat­funk­ti­on von Goog­le Docs und Win­dows Ste­reo­mix

Um die Tran­skrip­ti­ons­rou­ti­ne ein­zu­rich­ten, muss unter Win­dows „Ste­reo­mix“ akti­viert wer­den. Ste­reo­mix ist ein vir­tu­el­les Auf­nah­me­ge­rät für euren Sys­tem­sound, sprich: Abge­spiel­tes Audio­ma­te­ri­al wird nicht nur über die Laur­spre­cher aus­ge­ge­ben, son­dern auch intern auf das Mikro­fon gelegt.

Nach erfolg­rei­cher Ein­rich­tung soll­te also beim Abspie­len von Medi­en­da­tei­en am PC der Pegel des Laut­spre­chers wie auch der des Mikro­fons aus­schla­gen.

Ste­reo­mix unter Win­dows 10 akti­vie­ren

Alter­na­ti­ve zu Win­dows Ste­reo­mix: Vir­tu­al Cable instal­lie­ren und ein­rich­ten

Sprach­dik­tat­funk­ti­on in Goog­le Docs nut­zen

Nach­dem nun Ste­reo­mix oder das Vir­tu­al Cable ein­ge­rich­tet wur­de, öff­net ihr mit dem Chro­me-Brow­ser ein neu­es Doku­ment in Goog­le Docs. In der Werk­zeugleis­te wählt ihr unter Tools die “Sprach­ein­ga­be”, wor­auf­hin sich ein neu­es Fens­ter öff­net.

Sobald ihr nun eine Audio­da­tei auf eurem PC abspielt und das Mikro­fon­sym­bol im Sprach­ein­ga­be­fens­ter in Goog­le Docs akti­viert, tran­skri­biert Goog­le eure Audio­da­tei. Wenn ihr die Wie­der­ga­be pau­siert, endet auch die Tran­skrip­ti­on. Die Erken­nungs­ge­nau­ig­keit steigt, wenn ihr die Wie­der­ga­be­ge­schwin­dig­keit leicht redu­ziert.

Titel­bild: Gvosdikov/​Shutterstock, https://cloud.google.com/speech-to-text

Bei­trag in Medi­en­Wirt­schaft: Die Zukunft – eine Fra­ge von Zeit und Ort.

„Die Zukunft – eine Fra­ge von Zeit und Ort.“ Mit einem Bei­trag, der die­sen Titel trägt haben Anni­ka Ehlers und Harald Rau nicht nur auf der wich­tigs­ten deutsch­spra­chi­gen Tagung für Medi­en­öko­no­men in Köln über­zeugt, son­dern es auch in die Zeit­schrift Medi­en­Wirt­schaft geschafft. Die­se ver­ein­te als Son­der­aus­ga­be die bes­ten Bei­trä­ge der Tagung. Schrift­lei­ter Prof. Dr. Mar­tin Glä­ser schreibt im Vor­wort: „Die­se Aus­ga­be der Medi­en­Wirt­schaft ist ein Schwer­punkt­heft, das sich ver­tieft mit dem The­ma „Inno­va­ti­on in der Medi­en­pro­duk­ti­on und Medi­en­dis­tri­bu­ti­on“ befasst. Ver­sam­melt sind hier die fünf „Best Paper“ der Jah­res­ta­gung der Fach­grup­pe Medi­en­öko­no­mie der Deut­schen Gesell­schaft für Publi­zis­tik- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft (DGPuK).“ Im Bei­trag wer­den die Bemü­hun­gen von jour­na­lis­tisch arbei­ten­den Medi­en­un­ter­neh­men auf Ansät­ze loka­li­sier­ter Bericht­erstat­tung ana­ly­siert.

Inter­na­tio­nal Con­fe­rence on Loca­ti­on Based Ser­vices 2019

Drei vol­le Tagen an Vor­trä­gen, Pos­ter-Ses­si­ons und Dis­kus­sio­nen erwar­te­ten Per Ole Uphaus und auf der 15th. Inter­na­tio­nal Con­fe­rence on Loca­ti­on Based Ser­vices an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien. Das zuvor ein­ge­reich­te Paper zur Stu­die „Bar­ri­ers seen by poten­ti­al local Pro­vi­ders of App­li­ca­ti­ons using Loca­ti­on-Based Ser­vices“ wur­de durch die bei­den Mas­ter­stu­die­ren­den in einem Vor­trag prä­sen­tiert und anschlie­ßend mit den Teil­neh­men­den dis­ku­tiert. Die Erkennt­nis­se sind durch ein For­schungs­pro­jekt im zwei­ten Mas­ter­se­mes­ter im Semi­nar ‚For­schung zur Publi­zis­tik‘ ent­stan­den. Hin­ter­grund war die Durch­füh­rung von fünf leit­fa­den­ge­stütz­ten Fokus­grup­pen­ge­sprä­chen mit Exper­ten aus ver­schie­de­nen Bran­chen zu The­men aus dem Bereich ‚Loca­ti­on-Based Ser­vices in der hyper­lo­ka­len Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on‘.

Sto­ries to tell! Key­note zum 30. Jubi­lä­um der Sochi Sta­te Uni­ver­si­ty

Harald Rau ver­trat die Ost­fa­lia Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten beim 30. Jubi­lä­um der Part­ner­hoch­schu­le SSU (Sochi Sta­te Uni­ver­si­ty) am Schwar­zen Meer. Sto­ries to tell! – aus den ein­ge­reich­ten Prä­sen­ta­ti­ons­an­ge­bo­ten für den wis­sen­schaft­li­chen Begleit­kon­gress wur­de der Bei­trag aus dem Ost­fa­lia-Kom­mu­ni­ka­tions­man­age­ment als Key­note aus­ge­wählt und simul­tan ins Rus­si­sche über­setzt. Der Titel des Kon­gres­ses lau­te­te “Olym­pic lega­cy and mega-events: eco­no­mic, eco­lo­gi­cal, social and cul­tu­ral impact on hos­ting desti­na­ti­ons”. Der Inhalt des Bei­tra­ges nahm Groß­ver­an­stal­tun­gen unter die Lupe. Olym­pia­de, Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft, For­mel 1 – die Ver­an­stal­ter von Mega-Events suchen Wie­der­erken­nung und eine gewis­se Kon­for­mi­tät. Das Event soll im Mit­tel­punkt ste­hen. Der Aus­tra­gungs­ort lie­fert bes­ten­falls ein net­tes Ambi­en­te – ansons­ten bleibt vie­les aus­tausch­bar. Harald Rau sprach dar­über, wie sich Desti­na­tio­nen von Mega-Events den­noch mit Hil­fe stra­te­gi­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­maß­nah­men posi­tio­nie­ren kön­nen.