{"id":6190,"date":"2021-06-30T15:39:54","date_gmt":"2021-06-30T13:39:54","guid":{"rendered":"https:\/\/komma.ostfalia.de\/?p=6190"},"modified":"2021-06-30T16:50:08","modified_gmt":"2021-06-30T14:50:08","slug":"im-dialog-mit-der-vergangenheit-der-oeffentlichkeitsbegriff-autorin-christina-wicke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/komma.ostfalia.de\/index.php\/im-dialog-mit-der-vergangenheit-der-oeffentlichkeitsbegriff-autorin-christina-wicke\/","title":{"rendered":"Im Dialog mit der Vergangenheit &#8211; der \u00d6ffentlichkeitsbegriff. Autorin: Christina Wicke."},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das dritte von insgesamt vier Essays, die sich damit auseinandersetzen, wie die Zukunft von Massenmedien und Sozialen Medien auch politisch verantwortlich gestaltet werden k\u00f6nnen. Christina Wicke nimmt den vor allem durch die Technologie stark beschleunigten Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit in den Blick. Hierf\u00fcr l\u00e4dt sie die Leserinnen und Leser ein, eine komplexe Thematik tiefer zu durchdringen. Historische Br\u00fcckenschl\u00e4ge und eine feine Metaphorik runden ihre Argumentation ab und geben Orientierung in einer von Ungewissheit gepr\u00e4gten Lage:<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit \u2013 Chance oder Krise f\u00fcr die Demokratie?<\/h2>\n\n\n\n<p>\u00d6ffentlichkeit gilt als die Wiege unserer Demokratie \u2013 und sie geht uns verloren. So k\u00f6nnte man zumindest aktuell pessimistisch argumentieren. Ob es wirklich so weit kommt vermag zum aktuellen Zeitpunkt wohl niemand zu sagen, sicher ist jedoch, dass sich die \u00d6ffentlichkeit ver\u00e4ndert. Schon Anfang der 1960er Jahre hat J\u00fcrgen Habermas einen ersten Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit beschrieben, nun sprechen Wissenschaftler von einem erneuten Wandel. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick k\u00f6nnte man meinen, die Digitalisierung und die damit verbundenen neuen Kommunikationsm\u00f6glichkeiten h\u00e4tten die Welt zu einer besseren gemacht \u2013 jeder kann sagen was er will, wann er will und wo er will. Nicht wenige Wissenschaftler beklagen jedoch eine daraus resultierende Fragmentierung der \u00d6ffentlichkeit und ein schieres \u00dcberangebot an Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu beobachten ist dies auch an der aktuellen Corona-Pandemie \u2013 die Meinungen \u00fcber die Krisenpolitik der Regierung gehen stark auseinander und werden ebenso stark im Netz diskutiert \u2013 mit teilweise direkten Auswirkungen auf anstehende Entscheidungen. Selten hat jedoch ein Thema die Ansichten in der Bundesrepublik so sehr gespalten wie die Corona-Politik. Die Frage, die sich vor diesem Hintergrund stellt, ist nun also, ob ein erneuter Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit Chancen f\u00fcr eine demokratischere Form von \u00d6ffentlichkeit bietet \u2013 oder ob er die Demokratie in die Krise st\u00fcrzt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Demokratie und \u00d6ffentlichkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch &#8211; oder gerade &#8211; bei der Betrachtung aktueller Problemstellungen kann es sinnhaft sein einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Denn im demokratischen Prozess spielt \u00d6ffentlichkeit schon immer eine wichtige Rolle. Man kommt nicht umhin sie als Bedingung der Demokratie zu bezeichnen \u2013 denn nicht zuletzt war sie die zentrale Forderung der Aufkl\u00e4rung gegen\u00fcber der Staatsgewalt und wird bis heute als Schl\u00fcsselterminus der modernen Staats, Staatsrechts und Gesellschaftstheorie angesehen (Imhof, 2003). Schon Jeremy Bentham bezeichnet \u00d6ffentlichkeit als das universale Mittel gegen Machtmissbrauch, das eine Regierung dazu zwingen k\u00f6nne, sich zu rechtfertigen (Splichal, 2017).<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich war der \u00d6ffentlichkeitsbegriff im Laufe der Zeit einem gewissen Wandel unterworfen, \u00d6ffentlichkeit und Demokratie ziehen sich jedoch untrennbar miteinander verbunden durch die Zeitgeschichte (vgl ebd.).<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Wandel sicherlich am prominentesten beschrieben hat J\u00fcrgen Habermas (Habermas, 1990, 1962) \u2013 und auch wenn sein Verst\u00e4ndnis von \u00d6ffentlichkeit in der Realit\u00e4t wohl schwerlich umzusetzen ist (und er daf\u00fcr \u00fcber die Jahre berechtigte Kritik einstecken musste), so ist es doch sinnvoll, f\u00fcr die Betrachtung gerade genannter Fragestellung den Habermaschen \u00d6ffentlichkeitsbegriff als erstrebenswertes Ideal anzusehen. Denn trotz der Tatsache, dass Habermas seine Gedanken vor fast 60 Jahren niedergeschrieben hat, sind sie noch immer fast zeitlos aktuell (Deutschlandfunk Kultur, 2019; SRF, 2012). Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den damit verbundenen neuen M\u00f6glichkeiten stellt sich zur Zeit vielmehr die Frage, ob wir dem \u00f6ffentlichen Diskurs wie Habermas ihn begreift nicht n\u00e4her sind, als wir es je zuvor waren \u2013 denn nicht wenige Autoren bezeichnen Social Media Angebote als die Kaffeeh\u00e4user der digitalen \u00c4ra (Kr\u00fcger, 2019; Weichert, 2011).<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Habermaschen\u2018 \u00d6ffentlichkeitsbegriff muss automatisch auch die Vorstellung von Pluralit\u00e4t und einem deliberativen Konzept von Demokratie einhergehen (Goertz, 2015, S. 22). Vor der aktuellen Legitimationskrise der Politik (Wallner, 2018, S. 56) eine sicherlich nicht unberechtigte Vorstellung \u2013 als ganzheitliches Konzept in der Realit\u00e4t jedoch genauso schwer umzusetzen, wie Habermas Ideal von \u00d6ffentlichkeit selbst. Er selbst r\u00e4umt ein, dass deliberative Modelle in kleineren Kreisen nachweisbar produktive Ertr\u00e4ge bringen, f\u00fcr so gro\u00dfe Systeme wie eine Bundesrepublik jedoch v\u00f6llig ungeeignet sind (Habermas, 2006). Nun k\u00f6nnte man die Vorstellung einer deliberativen Demokratieform schnell als Utopie abtun \u2013 oder sich die Frage stellen, welchen Beitrag das digitale Zeitalter f\u00fcr eine demokratischere Zukunft leisten kann. Daf\u00fcr m\u00fcssen die folgenden Aspekte betrachtet werden:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; k\u00f6nnen soziale Netzwerke die Funktion von \u00f6ffentlichen R\u00e4umen erf\u00fcllen?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; welchen Beitrag zu einer demokratischeren Gemeinschaft kann Partizipation leisten?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; wie kann eine funktionierende Existenz des Mediensystems gesichert werden?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Internet als diskursiver Raum<\/h3>\n\n\n\n<p>Viele kritische Theoretiker (einschlie\u00dflich Habermas selbst) sind der Meinung, das Internet k\u00f6nne (noch) nicht als \u00f6ffentlicher Raum gewertet werden (Deutschlandfunk Kultur, 2019; Habermas, 2006; SRF, 2012). Folgt man der Argumentation Habermas\u2018, dass \u00d6ffentlichkeit dort entsteht, wo m\u00fcndige B\u00fcrger miteinander diskutieren und \u00f6ffentliche Gr\u00fcnde austauschen, dann haben sie vermutlich Recht. Vieles, was im Netz geschieht hat wenig bis gar nichts mit dem Austausch von Gr\u00fcnden zu tun &#8211; zumindest nicht mit dem Austausch \u00f6ffentlicher Gr\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich kann auch man argumentieren, dass auf Plattformen wie Instagram lediglich Bilder ausgetauscht werden und keine Argumente oder ein Tweet mit seinen 280 Zeichen Platz keinen Raum f\u00fcr \u201eechte\u201c Gr\u00fcnde bietet (Deutschlandfunk Kultur, 2019). Doch diese Sicht wird der Sachlage nicht ganz gerecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie anders w\u00e4re es zu erkl\u00e4ren, dass ein blauhaariger junger Mann eine ganze Partei mit nur einem Video in Erkl\u00e4rungsn\u00f6te bringen kann und auch etablierte Talkrunden dazu bringt, sich mit seinen in einem Youtube-Video ver\u00f6ffentlichten Thesen zu befassen (Breher, 2021; Dell, 2019; N-tv Nachrichten, 2019)?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein \u00e4hnliches Beispiel gibt es auch aus j\u00fcngster Zeit, wenn auch weniger medienwirksam: Die Sat.1-Moderatorin Marlene Lufen bekam von ihrem Sender eine Sondersendung zum Corona-Lockdown, nachdem ein privates Video zu diesem Thema auf ihrem Instagram-Kanal fast 11 Millionen mal angeschaut worden war (Matisowitsch, 2021). Zus\u00e4tzlich entstand auch auf Twitter eine Diskussion \u00fcber ihr Video (Twitter, 2021) \u2013 zwar mit einer begrenzten Anzahl von Zeichen, jedoch \u2013 zumindest in meinen Augen &#8211; ein Austausch von Argumenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich kann man nicht davon ausgehen, dass ein solcher Austausch der Regelfall ist und Nutzer durch ihren Austausch zum Gemeinwohl beitragen. In den genannten F\u00e4llen m\u00fcssen jedoch wohl auch die kritischten aller Theoretiker anerkennen, dass sich um die unkontrollierten Statements (Deutschlandfunk Kultur, 2019), die diese Videos urspr\u00fcnglich waren, eine Diskussion entsponnen hat, die sich sowohl zwischen Internetnutzern, aber auch im Diskurs der klassischen Medien abgespielt hat. Auch Hashtags wie #metoo oder #blacklivesmatter haben Bewegungen mit einer weltweiten Relevanz hervorgebracht \u2013 und sie begrenzen sich lediglich auf einen Hashtag.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung neuer M\u00f6glichkeiten wie zuletzt der App Clubhouse, deren Prinzip einer digitalen Podiumsdiskussion gleicht \u2013 aktuell wahrscheinlich die digitale Form, die einem Austausch von Gr\u00fcnden im Verst\u00e4ndnis der kritischen Theorie am n\u00e4chsten kommt. Denn noch gibt es f\u00fcr die Akteure dort keine M\u00f6glichkeit Inhalte zu monetarisieren \u2013 die App ist jedoch auch nur f\u00fcr einen ausgew\u00e4hlten Kreis an Zuh\u00f6rern zug\u00e4nglich (Wolckenhaar, 2021).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Beispiele bedeuten nicht, dass jede Kommunikation im Internet \u2013 sofern man denn in manchen F\u00e4llen \u00fcberhaupt davon sprechen kann \u2013 auch gleich der Austausch von Argumenten sein muss, jedoch k\u00f6nnen auch im Netz Kommunikationsr\u00e4ume entstehen, in denen ansatzweise eine Art Diskurs entstehen kann (SRF, 2012) (die Betonung liegt hier jedoch ausdr\u00fccklich auf kann). Man k\u00f6nnte solche R\u00e4ume im Netz als \u201evorpolitisch\u201c (Wallner, 2018, S. 58) bezeichnen, die die \u201eauthentische[n] Repr\u00e4sentanz von B\u00fcrgerwillen\u201c erm\u00f6glichen (Vgl. ebd.).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Partizipation<\/h3>\n\n\n\n<p>Argumentiert man entsprechend weiter, m\u00fcsste die Frage eigentlich nicht mehr lauten, welche Chancen ein erneuter Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit (Brosda, 2013; Stark &amp; Magin, 2019, S. 379) bringt, sondern eher, wie wir sie nutzen k\u00f6nnen. Aber auch das w\u00e4re zu kurz gegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Optimisten w\u00fcrden wohl sagen, die Digitalisierung bringe ganz neue Formen von Teilhabe mit sich und schaffe eine nie dagewesene demokratische Form \u2013 eben dem Habermaschen Ideal sehr nahe. Denn die Vorteile liegen auf der Hand: geringe Eintrittsbarrieren, schnelle R\u00fcckkan\u00e4le, Interaktion mit Politikern, die sonst unerreichbar w\u00e4ren\u2026Jeder kann seine Meinung \u00e4u\u00dfern und so zum politischen Prozess beitragen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick mag dies wie die L\u00f6sung all unserer Probleme klingen, ist an dieser Stelle aber leider zu kurz gegriffen. Denn es m\u00fcssen auch die Risiken betrachtet &#8211; und sich damit verbunden die Frage gestellt werden, ob nicht der durch diese M\u00f6glichkeiten entstehende Informations\u00fcberfluss f\u00fcr die Demokratie eher abtr\u00e4glich ist (Brosda &amp; Schulz, 2020). Denn es besteht die Gefahr, dass sich der von Habermas erhoffte Pluralismus in Fragmentierung wandelt. Manch einer geht sogar so weit zu sagen, es sei schon zu sp\u00e4t, die \u00d6ffentlichkeit als Spiegel der Demokratie sei zerbrochen (Deutschlandfunk Nova, 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Partizipation kann (und auch hier liegt die Betonung wieder ausdr\u00fccklich auf kann) einen Beitrag zu einer demokratischeren Gesellschaft leisten, wenn wir lernen, sie richtig zu nutzen. Wenn wir richtig damit umgehen, er\u00f6ffnen sich neue Perspektiven f\u00fcr die Zukunft, die tats\u00e4chlich zu einer demokratischeren Gesellschaft f\u00fchren k\u00f6nnten (Brosda, 2013). So k\u00f6nnte die Beteiligung von B\u00fcrgern als Gegenpol zu vermachteten und \u00f6konomisierten Medien gesehen werden \u2013 und bildet einen Raum f\u00fcr freie Diskussion, in der durch den zwanglosen Zwang des besseren Arguments die bestm\u00f6glichen Entscheidungen gefunden werden k\u00f6nnen (Kr\u00fcger, 2019). Vorausgesetzt man unterstellt den beteiligten Akteuren im Interesse des Gemeinwohls und nicht in ihrem privaten Interesse zu argumentieren. Denn auch wenn sich im Netz bereits \u00e4hnliche Muster zeigen wie in der realen Gesellschaft, beispielsweise dass einige Nutzer ihre Meinung wirkm\u00e4chtiger \u00e4u\u00dfern als andere (Kutscher, 2016) oder sich erfahrungsgem\u00e4\u00df nur diejenigen politisch beteiligen, die sich auch au\u00dferhalb digitaler M\u00f6glichkeiten bereits politisch engagiert haben (DJI\/ TU Dortmund, 2011), zeigen sich auch immer wieder Beispiele von Gegen\u00f6ffentlichkeiten (Filipovic, 2019), die im Netz entstanden sind und die Politik erheblich unter Druck setzen (Wallner, 2018, S. 72).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die \u00d6konomisierung der Medienlandschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>Voraussetzung daf\u00fcr, dass B\u00fcrger im Netz durch den Austausch von Argumenten \u00fcberhaupt einen Beitrag zur Demokratie leisten k\u00f6nnen, sind jedoch Rahmenbedingungen, die einen ausgeglichenen Diskurs sichern. Diese m\u00fcssen geschaffen werden. Denn eine kritische \u00d6ffentlichkeit kann nicht funktionieren, wenn den B\u00fcrgern nur einseitige Informationen zur Verf\u00fcgung stehen \u2013 oder ein Algorithmus entscheidet, welche Informationen angezeigt werden (Lobe, 2018).<\/p>\n\n\n\n<p>In einer idealen Vorstellung diskursiver \u00d6ffentlichkeit haben m\u00fcndige B\u00fcrger die Chance miteinander zu diskutieren und \u00f6ffentliche Argumente auszutauschen \u2013 dies setzt jedoch voraus, dass alle B\u00fcrger die gleiche Informationsgrundlage besitzen, um sich eine Meinung zu bilden. Diese zu schaffen ist neben ihrer Kontrollfunktion eigentlich Aufgabe der Massenmedien (Jarren, 2008; P\u00f6tzsch, 2009; Splichal, 2017). Wie gut oder schlecht sie dieser Aufgabe \u00fcber die letzten Jahre nachgekommen sind mag an dieser Stelle einmal dahingestellt bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch vor einigen Jahren wurde der \u00f6ffentliche Diskurs jedoch klar durch die klassischen Medien und damit durch den Journalismus bestimmt (Brosda, 2013). Dies ist heutzutage nicht mehr der Fall, das digitale Netz schluckt und integriert gleichzeitig alle bestehenden Medienformate &#8211; sowohl Fernsehen, Radio als auch Zeitungen (Brosda, 2013; Weichert, 2011). Pluralit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit k\u00f6nnen schon seit Jahren nicht mehr als Ma\u00dfst\u00e4be unseres Mediensystems angesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Ursachenforschung lohnt sich auch hier wieder ein Blick in die Vergangenheit: Denn w\u00e4hrend Kant und Bentham die \u00d6ffentlichkeit noch als das Mittel gegen den Missbrauch von Macht ansahen, erkannten Kritiker wie Karl Marx, Ferdinand T\u00f6nnies oder Karl B\u00fccher, dass auch die Presse nicht frei von hegemonialen Einfl\u00fcssen ist (Splichal, 2017). Eine unabh\u00e4ngige Berichterstattung vor dem Hintergrund privatwirtschaftlicher Interessen erscheint nahezu unm\u00f6glich &#8211; und die Digitalisierung verst\u00e4rkt diesen Effekt noch. Das liegt zum einen daran, dass es kein hinreichendes Gesch\u00e4ftsmodell mehr f\u00fcr Qualit\u00e4tsmedien gibt (Beck, 2018, S. 400), zum anderen an der Marktmacht einzelner Akteure (Faulhaber, 2019).<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Zeitungskrise macht das Dilemma besonders deutlich: durch den Aufschwung digitaler Angebote verlieren die etablierten Medien ihre Finanzierungsgrundlage \u2013 Reichweiten und Auflagen sinken. Im Jahr 2020 wurden rund 14% weniger Publikumszeitschriften verkauft als noch zwei Jahre zuvor (Vogel, 2020), bekannte Tageszeitungen wie die S\u00fcddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine oder auch die Bild Zeitung verlieren stetig an Auflage (Schr\u00f6der, 2020). Das bringt Medienh\u00e4user in Bedr\u00e4ngnis, die Konsequenz sind Stellenstreichungen, zusammengelegte Redaktionen und \u201eEinzeitungskreise\u201c (Beck, 2018). Pluralit\u00e4t und Meinungsvielfalt? Fehlanzeige. Hinzu kommt die enorme Marktmacht einzelner Akteure: Netzgiganten wie Facebook und Google bestimmen die Spielregeln am Markt, nicht wenige Medienunternehmen haben keine andere Wahl, als sich in eine v\u00f6llige Abh\u00e4ngigkeit zu begeben \u2013 denn der Algorithmus bestimmt, welche Artikel die Leser angezeigt bekommen (Faulhaber, 2019).<\/p>\n\n\n\n<p>Hoffnungslose Optimisten w\u00fcrden jetzt argumentieren, dass die Digitalisierung genau an dieser Stelle Chancen der Partizipation auch f\u00fcr kleine Redaktionen und Einzelpersonen bietet \u2013 losgel\u00f6st von wirtschaftlichen Einfl\u00fcssen, in Regionen, in denen es keine publizistischen Einheiten mehr gibt und auch Themen eine Stimme gebend, \u00fcber die sonst niemand berichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zu einem gewissen Grad mag das auch stimmen \u2013 um begr\u00fcndet diskutieren zu k\u00f6nnen, br\u00e4uchte es jedoch eine gemeinsame Informationsgrundlage \u2013 andernfalls entwickelt sich die erhoffte Pluralit\u00e4t in fragmentierte Teil\u00f6ffentlichkeiten und der Spiegel der \u00d6ffentlichkeit zerbricht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Algorithmus als Zerst\u00f6rer der Demokratie<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Problem der Intermedi\u00e4re (oder wohl eher einer unabh\u00e4ngigen demokratischen Meinungsbildung) ist, dass die Gesch\u00e4ftsmodelle von Facebook, Twitter &amp; Co. rein werbefinanziert sind und ausschlie\u00dflich der Profitmaximierung dienen (Stark &amp; Magin, 2019, S. 389). Relevanz wird nicht mehr anhand redaktioneller Leitwerte und journalistischer Qualit\u00e4tskriterien gemessen, sondern folgt der Logik des Algorithmus (Stark &amp; Magin, 2019, S. 377), die zum einen relativ beliebig gestaltet ist, zum anderen aber auch eine Art Black Box darstellt. Denn nur die Unternehmen selbst wissen, wie der Algorithmus ausw\u00e4hlt, was er ausw\u00e4hlt (Lobe, 2018). W\u00e4hrend im Journalismus noch Nachrichtenfaktoren als klassische Relevanzbegr\u00fcndung dienen, bestimmt der Algorithmus allein durch Popularit\u00e4t beim Nutzer (also lediglich durch einen einzigen Faktor!) \u00fcber die Inhalte des Newsfeed (Stark &amp; Magin, 2019, S. 385). Daraus ergeben sich m\u00f6gliche Probleme f\u00fcr unsere demokratische Gesellschaft:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Die Schwierigkeit des Einzelnen, selbstbestimmt zu handeln und sich zu informieren und sich aufgrund dessen eine umfassende Meinung zu bilden (Martini, 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Stattdessen: Polarisierung von Meinungen und Fragmentierung von \u00d6ffentlichkeit<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Funktionsf\u00e4higkeit des Marktmechanismus durch schwer angreifbare oligopolistische Marktstrukturen (Martini, 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Probleme k\u00f6nnen nicht allein durch Partizipation gel\u00f6st werden, \u00d6ffentlichkeit allein reicht nicht aus (Des Freedman, 2017) &#8211; Partizipation kann und muss jedoch ihren Teil dazu beitragen, das Fortbestehen einer demokratischen Gesellschaft zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was passieren muss<\/h3>\n\n\n\n<p>Von der \u201eRettung der Demokratie\u201c zu sprechen, w\u00e4re an dieser Stelle vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen &#8211; die Demokratie kann jedoch in eine ernsthafte Krise geraten, wenn wir uns diesen erneuten Strukturwandel nicht bewusst machen \u2013 und darauf reagieren. Nicht nur in der Wissenschaft, sondern vor allem in der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6ffentlichkeit muss als Raum gesichert bleiben, in der ein Diskurs m\u00f6glich ist (nicht als Raum, in dem zwingend bei jeder Art von Kommunikation auch ein Diskurs stattfinden muss, auch das w\u00e4re utopisch). Um eine stabile Basis der Demokratie zu gew\u00e4hrleisten, braucht es deswegen weitere Regulierungen. Denn nur wenn diese Basis gew\u00e4hrleistet ist, kann auch Partizipation im Netz einen Beitrag zu einer deliberativeren Form von Demokratie leisten \u2013 und helfen der aktuellen Legitimationskrise entgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Journalismus f\u00e4llt hierbei die Aufgabe zu, die zerbrochenen Teile des Spiegels zusammenzuhalten, sodass weiterhin ein komplettes Bild erkennbar ist. Denn die Digitalisierung und die damit verbundenen neue Medienformen machen den Journalismus nicht obsolet, er wird vielmehr wichtiger denn je. Seine Aufgabe wird weiterhin darin bestehen, kritisch zu hinterfragen und einzuordnen \u2013 er muss sich jedoch mit neuen \u00d6ffentlichkeiten vernetzen und zu einer diskursiveren Art von Journalismus werden (Brosda, 2013). Nur so kann er neuen \u00d6ffentlichkeiten gerecht werden. Ob dies weiterhin in Form klassischer Redaktionen passieren wird bleibt abzuwarten. M\u00f6glicherweise werden sich in dieser Hinsicht in Zukunft weitere Modelle entwickeln, \u00fcber die wir heute nur spekulieren. Eine Studie von Forschern im Auftrag der Landesanstalt f\u00fcr Medien in D\u00fcsseldorf hat beispielsweise gezeigt, dass Menschen durchaus bereit sind, Geld f\u00fcr qualitativ hochwertigen Journalismus zu bezahlen \u2013 jedoch eher als Abo-Modell, wie es beispielsweise Anbieter wie Netflix oder Spotify vertreten \u2013 auch daraus k\u00f6nnten sich Zukunftsformen f\u00fcr den Journalismus entwickeln (Wellbrock &amp; Buschow, 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>In eine \u00e4hnliche Richtung denken auch Gostomzyk et al.: Sie schlagen ein fast schon revolution\u00e4res Konzept vor: n\u00e4mlich eine Kooperation zwischen \u00f6ffentlcihen und privaten Rundfunksendern. Eine engere Zusammenarbeit bei Filmproduktion und Recherche w\u00fcrde den eine Menge Geld sparen, die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender k\u00f6nnten dann zu einer \u201eunabh\u00e4ngigen Digitalagentur f\u00fcr Qualit\u00e4tsinhalte\u201c werden, indem sie in einer plattform\u00e4hnlichen Form auf vertiefende oder weiterf\u00fchrende journalistische Qualit\u00e4tsangebote der privaten Sender hinweisen. Denn auf sich allein gestellt, sei keine der beiden S\u00e4ulen dauerhaft in der Lage gegen Plattform- und Streaminganbieter zu bestehen (Wittrock, 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Formate wie die App Buzzard gewinnen vor diesem Hintergrund der Polarisierung von Meinungen an Bedeutung: die App stellt beispielsweise einen Nachrichten\u00fcberblick vom linken bis rechten Spektrum der deutschen Medienlandschaft zur Verf\u00fcgung \u2013 so k\u00f6nnen sich Nutzer einen umfassenden \u00dcberblick bilden (Buzzard, 2021).<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die Existenz eines qualitativ hochwertigen Journalismus jedoch weiterhin gesichert bleiben kann, muss der Staat seine Aufgabe wahrnehmen und unterst\u00fctzend zum Beispiel in Form von Substitutionen eingreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier sei noch einmal der Blick in die Vergangenheit erw\u00e4hnt: Auch dies ist kein neuer Vorschlag &#8211; Ferdinand T\u00f6nnies hat bereits im fr\u00fchen 19. Jahrhundert vorgeschlagen, zur Sicherung ihrer Unabh\u00e4ngigkeit die Presse durch Substitutionen zu unterst\u00fctzen (Splichal, 2017). Mit dieser Ansicht ist er nicht allein: aus verschiedensten L\u00e4ndern im europ\u00e4ischen Raum kommt die Forderung nach direkten Subventionen, um qualitative Pressearbeit zu sichern (vgl. K\u00fcnzler et Al. 2013). Auch Deutschland plant bereits, \u201edie erforderliche digitale Transformation des Verlagswesens\u201c (Sterz &amp; Borgers, 2020) mit bis zu 220 Millionen Euro zu unterst\u00fctzen. Das Geld soll \u00fcber mehrere Jahre verteilt an Verlage von Abonnementzeitungen ausgezahlt werden, um beispielsweise den Aufbau von Online-Shops, Rubrikenportalen oder Apps zu unterst\u00fctzen. Dies ist sicherlich ein erster Schritt in eine gute Richtung, um die Existenz von Qualit\u00e4tsjournalismus zu sichern wird er jedoch wohl nicht ausreichen. An dieser Stelle sind auch Medienunternehmen gefragt, neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Bezahlmodelle zu entwickeln, denn ein guter, unabh\u00e4ngiger Journalismus ist f\u00fcr eine funktionierende Demokratie unerl\u00e4sslich.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch in Bezug auf intermedi\u00e4re Plattformen wie Facebook, Instagram und Co. m\u00fcssen weitere Regulierungen getroffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn es vielen von uns im Alltag wahrscheinlich l\u00e4stig erscheint: Der neue Medienstaatsvertrag und auch die Datenschutzgrundverordnung leisten mit ihrer Transparenznorm in dieser Hinsicht schon einen wichtigen Beitrag, um Nutzern eine eigenverantwortlichere Entscheidung \u00fcber die Verwendung ihrer Daten zu erm\u00f6glichen (Dogruel et al., 2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinblick auf Algorithmen und ihre bereits beschriebene Marktmacht muss in Sachen Transparenz jedoch noch deutlich nachgebessert werden. Denkbar w\u00e4ren in diese Richtung unz\u00e4hlige M\u00f6glichkeiten \u2013 von noch mehr verpflichtenden Transparenzhinweisen auf Seiten der Plattformen (\u201eDu siehst sehr viele Beitr\u00e4ge zum Thema xx, bist du dir dessen bewusst?\u201c) bis hin zu einer gesetzlich verankerten Pflicht auf eine ausgewogene Darstellung. Inwieweit ein solches Gesetz jedoch tats\u00e4chlich umgesetzt werden k\u00f6nnte, bleibt wohl mehr als fraglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Um sicherzustellen, dass die \u00d6ffentlichkeit als diskursiver Raum weder mit den Mitteln der Staatsgewalt erstickt wird, noch durch Privatinteressen dominiert wird (Imhof, 2010), m\u00fcsste au\u00dferdem dar\u00fcber nachgedacht werden, ein unabh\u00e4ngiges Gremium einzurichten, das zwischen den unterschiedlichen Interessen vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um jedoch Bedingungen f\u00fcr eine nachhaltige Demokratie zu schaffen \u2013 und dies ist in meinen Augen einer der wesentlichsten und auch nachhaltigsten Punkte &#8211; ist es unerl\u00e4sslich, die Medienkompetenz der B\u00fcrger zu f\u00f6rdern. Dies kann unter anderem an Schulen geschehen, muss es allerdings nicht ausschlie\u00dflich \u2013 denn nicht nur die Sch\u00fcler sind diejenigen, die sich in den neuen \u00d6ffentlichkeiten zurechtfinden m\u00fcssen. Aus B\u00fcrgersicht ist es leicht den Staat in die Pflicht zu nehmen, oder die Verantwortung an Plattformen und Medienunternehmen abzugeben. Was dabei jedoch schnell vergessen wird, ist, dass wir als Gesellschaft genauso in der Pflicht sind, f\u00fcr eine demokratische Struktur zu sorgen \u2013 und das Gespr\u00e4ch miteinander zu suchen. Vor dem Hintergrund polarisierender Meinungen und einer zunehmend fragmentierten \u00d6ffentlichkeit wird das immer schwerer \u2013 aber genau deswegen m\u00fcssen wir daran arbeiten. Nicht umsonst argumentieren Philosophen wie Kant und Habermas mit dem Austritt aus der selbstverschuldeten Unm\u00fcndigkeit oder sprechen von einer sich selbst aufkl\u00e4renden Gesellschaft. Und auch wenn insbesondere J\u00fcrgen Habermas oft vorgeworfen wurde, er verwechsle den Seminarraum mit der Realit\u00e4t \u2013 so bleibt sein Ideal einer \u00d6ffentlichkeit, in der der Austausch von \u00f6ffentlichen Argumenten stattfindet, nicht ganz utopisch. Es kann jedoch nur stattfinden, wenn alle Bereiche ineinandergreifen: die Gesellschaft, rechtliche Rahmenbedingungen, unabh\u00e4ngige Institutionen und ein funktionierender Austausch mit Beteiligung der B\u00fcrger. Nur dann kann gew\u00e4hrleistet werden, dass die \u00d6ffentlichkeit als Demokratie in nicht noch kleinere St\u00fccke zerbricht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die Autorin<\/h4>\n\n\n\n<p>Christina Wicke studiert Kommunikationsmanagement und beweist in ihrem Essay ein Gef\u00fchl f\u00fcr Sprache und Stil. Ihr Text entstand im Rahmen eines Seminars der KomMa-Professur mit der Zielrichtung, die Zukunft der Medien, die Zukunft des Me-diensystems in Deutschland auszuloten. Studierende des Masterstudiengangs Kommunikationsmanagement argumentieren im Ergebnis dieses Seminars sorgf\u00e4ltig und stellen fundierte \u00dcberlegungen an: Wie kann ein \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunk gestaltet werden? Welche M\u00f6glichkeiten gibt es, Medienzukunft angesichts zunehmender Verschiebungen der Mediennutzung zu denken? Welche Rolle spielen Plattformen?<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie schreiben Essays &#8211; ein eher ungew\u00f6hnliches Format im Studium. Im Regelfall werden eher wissenschaftliche Hausarbeiten verfasst. Das Experiment, die Autorinnen und Autoren auf einen Essay zu verpflichten, ist erfolgreich &#8211; und bringt erstaunliche Ergebnisse, die hier geteilt werden. Vier Arbeiten erreichen im Rahmen der Begutachtung eine 1 &#8211; und werden geteilt. Pr\u00e4dikat: Lesenswert! <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literatur zum Essay<\/h2>\n\n\n\n<p>Beck, K. (2018). Das Mediensystem Deutschlands: Strukturen, M\u00e4rkte, Regulierung (2. Aufl.). Studienb\u00fccher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft. Springer VS. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-11779-5<\/p>\n\n\n\n<p>Breher, N. (14. Februar 2021). Rezos Abrechnung mit der Politik: \u201eDie Zerst\u00f6rung der CDU\u201c ist erfolgreichstes Youtube-Video 2019 &#8211; Medien &#8211; Gesellschaft &#8211; Tagesspiegel. Tagesspiegel. https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/medien\/rezos-abrechnung-mit-der-politik-die-zerstoerung-der-cdu-ist-erfolgreichstes-youtube-video-2019\/25303638.html<\/p>\n\n\n\n<p>Brosda, C. (2013). Digitale Chancen f\u00fcr das gesellschaftlcihe Zeitgespr\u00e4ch. In M. J. Eumann, F. Gerlach, T. R\u00f6\u00dfner &amp; M. Stadelmaier (Hg.), Klartext. Medien, Netz und \u00d6ffentlichkeit: Impulse f\u00fcr die digitale Gesellschaft (1. Aufl., S.171-183). Klartext-Verl.<\/p>\n\n\n\n<p>Brosda, C. &amp; Schulz, W. (10. Juni 2020). Wir brauchen eine neue Medienpolitik. Frankfurter Allgemeine Zeitung(Nr. 133), S.13-14.<\/p>\n\n\n\n<p>Buzzard. (12. Februar 2021). T\u00e4glich zusammengefasst und journalistisch eingeordnet \u2013 aus \u00fcber 1700 Zeitungen &amp; Blogs. https:\/\/www.buzzard.org\/<\/p>\n\n\n\n<p>Dell, M. (14. Juni 2019). Rezo: Es geht um ein anderes Reden. Die Zeit. https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2019-06\/rezo-youtuber-jan-boehmermann-neo-magazin-royale-cdu<\/p>\n\n\n\n<p>Des Freedman. (2017). Publicness is not enough: A response to Slavko Splichal&#8217;s Dialogue with History. In W. A. Meier (Hg.), Medienstrukturen: v. 11. Abbruch &#8211; Umbruch &#8211; Aufbruch: Globaler Medienwandel und lokale Medienkrisen (S. 27\u201330). Nomos Verlagsgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschlandfunk Kultur. (2019). Sozialphilosoph zu J\u00fcrgen Habermas&#8217; 90. Geburtstag &#8211; &#8220;Rezo ist Habermasianer&#8221;: Axel Honneth und Martin Saar im Gespr\u00e4ch mit Ren\u00e9 Aguiga. https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/sozialphilosoph-zu-juergen-habermas-90-geburtstag-rezo-ist.2162.de.html?dram:article_id=451434<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschlandfunk Nova. (2020). H\u00f6rsaal: Die Zukunft der Demokratie: Jurist Udo di Fabio.<\/p>\n\n\n\n<p>DJI\/ TU Dortmund. (2011). Jugendliche Aktivit\u00e4ten im Wandel: Gesellschaftliche Beteiligung und Engagement in Zeiten des Web 2.0.<\/p>\n\n\n\n<p>http:\/\/www.forschungsverbund.tu-dortmund.de\/forschungsfelder\/freiwilliges-engagement\/abgeschlossene-projekte\/jugendliche-aktivitaeten-im-wandel\/<\/p>\n\n\n\n<p>Dogruel, L., Stark, B., Facciorusso, D. &amp; Liesem, K. (2020). Die Regulierung von Algorithmen aus Expertensicht: Transparenz und Diskriminierungsfreiheit &#8211; zur Vielfaltssicherung im neuen Medienstaatsvertrag. Media Perspektiven(03\/2020), S.139-148.<\/p>\n\n\n\n<p>Faulhaber, D. (16. April 2019). Google, Facebook und der Journalismus \u2013 oder: wenn sich das Problem als Teil der L\u00f6sung sieht. MEDIENWOCHE. https:\/\/medienwoche.ch\/2019\/04\/16\/google-facebook-und-der-journalismus-oder-wenn-sich-das-problem-als-teil-der-loesung-sieht\/<\/p>\n\n\n\n<p>Filipovic, A. (2019). Alles Habermas? Alternative Theorien f\u00fcr eine Ethik \u00f6ffentlicher Kommunikation in Zeiten der Digitalit\u00e4t. In A. Filipovic, C. Schicha &amp; I. Stapf (Hg.), Kommunikations- und Medienethik: Band 10. Digitaler Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit: Interdisziplin\u00e4re Perspektiven auf politische Partizipation im Wandel (1. Aufl., S.219-233). Nomos.<\/p>\n\n\n\n<p>Goertz, D. (2015). Das Umsetzungspotenzial deliberativer Demokratiekonzepte im Internet: Dissertation. https:\/\/duepublico2.uni-due.de\/servlets\/MCRFileNodeServlet\/duepublico_derivate_00040012\/Goertz_Diss.pdf<\/p>\n\n\n\n<p>Habermas, J. (1990, 1962). Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit: Untersuchungen zu einer Kategorie der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft (16. Aufl.). Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft: Bd. 891. Suhrkamp.<\/p>\n\n\n\n<p>Habermas, J. (2006). Political Communication in Media Society: Does Democracy Still Enjoy an Epistemic Dimension? The Impact of Normative Theory on Empirical Research. Communication Theory, 16(4), 411\u2013426. https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1468-2885.2006.00280.x<\/p>\n\n\n\n<p>Imhof, K. (2003). \u00d6ffentlichkeitstheorien. In G. Bentele, H.-B. Brosius &amp; O. Jarren (Hg.), Studienb\u00fccher zur Kommunikations- und Medienwissenschaft. \u00d6ffentliche Kommunikation: Handbuch Kommunikations- und Medienwissenschaft (S. 193\u2013209). VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-322-80383-2_10<\/p>\n\n\n\n<p>Imhof, K. (2010). Zum Systemrisiko der Demokratie. https:\/\/zukunft.orf.at\/modules\/orfpublicvalue\/upload\/09r0043.pdf<\/p>\n\n\n\n<p>Jarren, O. (2008). &#8220;Massenmedien als Intermedi\u00e4re. Zur anhaltenden Relevanz der Massenmedien f\u00fcr die \u00f6ffentliche Kommunikation&#8221;. M&amp;K Medien &amp; Kommunikationswissenschaft, 56(3-4), 329\u2013346. https:\/\/doi.org\/10.5771\/1615-634x-2008-3-4-329<\/p>\n\n\n\n<p>Kr\u00fcger, U. (13. M\u00e4rz 2019). Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit: von der Mediendemokratie zur Internetdemokratie? | bpb. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung. https:\/\/www.bpb.de\/politik\/wirtschaft\/lobbyismus\/286817\/strukturwandel-der-oeffentlichkeit-von-der-mediendemokratie-zur-internetdemokratie<\/p>\n\n\n\n<p>Kutscher, N. (9. Dezember 2016). B\u00fcrgerbeteiligung im Kontext des Internets: Problem oder Perspektive? | bpb. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung. https:\/\/www.bpb.de\/gesellschaft\/medien-und-sport\/medienpolitik\/236655\/buergerbeteiligung-im-kontext-des-internets<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcnzler, Mathias et Al. (2013): Monitoring-Report \u201cMedienf\u00f6rderung\u201c, Institut f\u00fcr Publizistik- und Medienforschung Universit\u00e4t Z\u00fcrichung Universit\u00e4t Z\u00fcrich<\/p>\n\n\n\n<p>Lobe, A. (10. Dezember 2018). Wenn die Filterblase platzt. S\u00fcddeutsche Zeitung. https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/filterblase-facebook-youtube-soziale-netzwerke-1.4245243<\/p>\n\n\n\n<p>Martini, M. (2019). B. Regulierungsbedarf. In M. Martini (Hg.), Blackbox Algorithmus &#8211; Grundfragen einer Regulierung K\u00fcnstlicher Intelligenz (1. Aufl., S. 27\u2013112). Springer Berlin Heidelberg. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-662-59010-2_2<\/p>\n\n\n\n<p>Matisowitsch, J. (8. Februar 2021). Kritik an Corona-Lockdown &#8211; Nach Instagram-Video \u2013 Marlene Lufen bekommt Sondersendung auf Sat.1. Stuttgarter Nachrichten. https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kritik-an-corona-lockdown-nach-instagram-video-marlene-lufen-bekommt-sondersendung.4ec7755c-50a4-46c8-ba31-9380c7886a2c.html<\/p>\n\n\n\n<p>N-tv Nachrichten (27. Mai 2019). Polit-Talkshow &#8220;Anne Will&#8221;: Rezo, die CDU und die &#8220;verr\u00fcckte Geigerin&#8221;. n-tv NACHRICHTEN. https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Rezo-die-CDU-und-die-verrueckte-Geigerin-article21049578.html<\/p>\n\n\n\n<p>P\u00f6tzsch, H. (15. Dezember 2009). Massenmedien | bpb. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung. https:\/\/www.bpb.de\/politik\/grundfragen\/deutsche-demokratie\/39327\/massenmedien<\/p>\n\n\n\n<p>Schr\u00f6der, J. (17. Januar 2020). Die Auflagen-Bilanz der Tages- und Wochenzeitungen: \u201eBild\u201c und \u201eWelt\u201c verlieren erneut mehr als 10%, \u201eDie Zeit\u201c legt dank massivem Digital-Plus zu. MEEDIA. https:\/\/meedia.de\/2020\/01\/17\/die-auflagen-bilanz-der-tages-und-wochenzeitungen-bild-und-welt-verlieren-erneut-mehr-als-10-die-zeit-legt-dank-massivem-digital-plus-zu\/<\/p>\n\n\n\n<p>Splichal, S. (2017). Dialogue with History: Ideas of publicness and public service in press\/media theory and practice. In W. A. Meier (Hg.), Medienstrukturen: v. 11. Abbruch &#8211; Umbruch &#8211; Aufbruch: Globaler Medienwandel und lokale Medienkrisen (1. Aufl., S. 15\u201326). Nomos Verlagsgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>SRF. (2012). \u00abStrukturwandel der \u00d6ffentlichkeit\u00bb von J\u00fcrgen Habermas: Gespr\u00e4ch mit Michael Haller [H\u00f6rfunk]. https:\/\/www.srf.ch\/play\/radio\/popupaudioplayer?id=a25dafc7-9d4e-48f5-9fff-7142184ab929<\/p>\n\n\n\n<p>Stark, B. &amp; Magin, M. (2019). Neuer Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit durch Informationsintermedi\u00e4re: Wie Facebook, Google &amp; Co. die Medien und den Journalismus ver\u00e4ndern. In M. Eisenegger, L. Udris &amp; P. Ettinger (Hg.), Wandel der \u00d6ffentlichkeit und der Gesellschaft: Gedenkschrift f\u00fcr Kurt Imhof (S. 377\u2013406). Springer VS. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-27711-6_18<\/p>\n\n\n\n<p>Sterz, C. &amp; Borgers, M. (2020). Millionenhilfe f\u00fcr Verlage &#8211; Deutschland steigt in die direkte Pressef\u00f6rderung ein. https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/detail-mediasres.2907.de.html?dram:article_id=486614%29.<\/p>\n\n\n\n<p>Twitter. (2021). Moritz W\u00e4chter on Twitter. Status [Tweet]. Twitter. https:\/\/twitter.com\/MoritzWaech\/status\/1356352694328455173<\/p>\n\n\n\n<p>Vogel, A. (2020). Publikumszeitschriften 2020: Konsolidierung und R\u00fcckgang der Titelzahl: Daten zum Markt und zur Konzentration der Publikumspresse im I. Quartal 2020. Media Perspektiven(06\/2020), S.353-378. https:\/\/www.ard-werbung.de\/fileadmin\/user_upload\/media-perspektiven\/pdf\/2020\/0620_Vogel_2020-11-4.pdf<\/p>\n\n\n\n<p>Wallner, R. M. (2018). Die repr\u00e4sentative Demokratie in der Legitimationskrise vor dem Hintergrund digitaler Medien. In R. M. Wallner (Hg.), Digitale Medien zwischen Transparenz und Manipulation (S. 55\u201396). Springer Fachmedien Wiesbaden. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-19858-9_4<\/p>\n\n\n\n<p>Weichert, S. (2011). Zehn Thesen zum digitalen Medienwandel. https:\/\/www.vocer.org\/zehn-thesen-zum-digitalen-medienwandel\/<\/p>\n\n\n\n<p>Wellbrock, C. &amp; Buschow, C. (2020). Money for nothing and Content for free? Pais Content, Plattformen und Zahlungsbereitschaften im digitalen Journalismus. https:\/\/docplayer.org\/195824783-Money-for-nothing-and-content-for-free.html<\/p>\n\n\n\n<p>Wittrock, O. (Januar\/Februar 2020). &#8220;Spotify f\u00fcr Journalismus&#8221;. Journalist, 70, S. 14.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolckenhaar, G. (15. Januar 2021). Hype um Clubhouse: Was ist diese Social-App eigentlich und wo ist meine Einladung? t3n Magazin. https:\/\/t3n.de\/news\/hype-um-clubhouse-diese-1349947\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das dritte von insgesamt vier Essays, die sich damit auseinandersetzen, wie die Zukunft von Massenmedien und Sozialen Medien auch politisch verantwortlich gestaltet werden k\u00f6nnen. Christina Wicke nimmt den vor allem durch die Technologie stark beschleunigten Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit in den Blick. Hierf\u00fcr l\u00e4dt sie die Leserinnen und Leser ein, eine komplexe Thematik tiefer zu durchdringen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":6216,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[57],"tags":[75,70],"acf":[],"yoast_head":"<title>Im Dialog mit der Vergangenheit - der \u00d6ffentlichkeitsbegriff. 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